Drei Mitarbeiter übernehmen Bad Iburger Kultkneipe Casablanca geht in die Verlängerung

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Bad Iburg. Es bleibt dabei: Das Casablanca wird verkauft, Nikola Hotfilter und Stefan Pohlmann ziehen sich zurück. Trotzdem geht es mit der Iburger Kultkneipe weiter – auf jeden Fall bis zum Frühjahr, vielleicht sogar bis in den Sommer.

Das war anders geplant. Schon zum Jahresende wollten Hotfilter und Pohlmann das Restaurant mit Kulturplus schließen. Sie beauftragten eine Agentur mit dem Verkauf der Immobilie an der Osnabrücker Straße. Drei Käufer hätten ernsthaftes Interesse. Sie kommen aus Bad Iburg und von auswärts, planen an der Osnabrücker Straße Gastronomie oder „etwas ganz anderes“.

Bis zum Verkauf und der Neuplanung wird es aber auf jeden Fall bis Mitte oder Ende des nächsten Jahres dauern. „Das ist ein relativ großes Zeitfenster, um das Casa am Leben zu halten“, sagt Nikola Hotfilter am Stammtisch mit Blick auf die Theke.

Sie und ihr Mann orientieren sich neu. Hotfilter geht wieder zur Uni. Ihr Erststudium der Kunst und Erziehungswissenschaften ergänzt sie um Waldorfpädagogik und „Deutsch als Zweitsprache“: „Ja, ich will Lehrerin werden“, sagt sie. Deshalb sei sie nur noch am Wochenende in Bad Iburg, gibt auch schon Unterricht an der Waldorfschule in Evinghausen. „Das macht mir so viel Spaß!“ Durch ihr Studium habe sie gemerkt, dass sie die Waldorf-Philosophie schon lange lebe, auch im und mit dem Casablanca.

Mit Lust und Inbrunst

Der Zusammenhalt innnerhalb der Kneipe ist groß. Deshalb hatte ein Gespräch Hotfilters und Pohlmanns mit ihren fest angestellten Mitarbeitern im September über die Frage „Wie geht es weiter“ ein außergewöhnliches Ergebnis. Hotfilter: „Wir hätten Ende des Jahres geschlossen. Aber so viele Gäste haben uns gebeten, weiter zu machen. Wir können das nicht. Deshalb haben wir unsere festen Mitarbeiter gefragt, ob sie sich vorstellen können, das Casa weiter zu betreiben. Das ist natürlich viel Verantwortung und vor allem viel Arbeit.“

„Alle Drei waren sofort mit Lust und Inbrunst dabei“, freut sich Nikola Hotfilter. Dabei bleibt das Casablanca weiterhin auch ein bisschen in der Familie. Hotfilters Nichte Johanna Hotfilter und Pohlmanns Neffe Leon Pohlmann sind zwei der Drei, die in die Verantwortung gehen. Nikola Hotfilter und Stefan Pohlmann werden mit ihren Gästen aber weiterhin bevorstehende Familienfeste und Weihnachtsfeiern besprechen. Andere Veranstaltungen wird es bis Silvester nicht geben. Danach wird man sehen.

Begehrte Speisekarten

„Wir hoffen, dass das Casa noch lange weiterläuft und danken unseren Mitarbeitern, dass sie gerne weitermachen.“ Alle, auch die Minijobber, seien mit Herzblut dabei. Sogar neue Kräfte haben sie eingestellt. Deshalb sei es vorstellbar, dass das Casablanca bis Mitte 2018 bleibt.

Verkauft aber wird das himmelblaue Haus. „Es war immer klar, dass wir nicht verpachten“, sagt Hotfilter. Damit wird die Familie Hotfilter-Pohlmann ihre Wohnung über dem Casa verlassen und sich etwas schönes Neues suchen, „auf jeden Fall nicht an der Bundesstraße“, sagt Nikola Hotfilter.

Dann fällt ihr noch etwas ein: „Als bekannt wurde, dass wir schließen, sind einige unserer Speisekarten verschwunden. Die wurden vor Jahren handgemacht, deshalb bekomme ich sie auch nicht mehr nach.“ Wer das Casa behalten möchte, nimmt also besser keine Souvenirs mit.


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