Martin Calsow liest in seiner Heimat Viel Gelächter bei Krimilesung in Bad Iburg

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Bad Iburg. Für sie war es eine Premiere, für ihn ein Heimspiel: Die NOZ-Redakteurin Stefanie Adomeit präsentierte bei der Krimi-Lesung von Martin Calsow erstmals eine eigene Kurzgeschichte. Der gebürtige Iburger las unter anderem aus seiner Max-Quercher-Reihe, die in seiner neuen Heimat am Tegersee spielt.

Martin Calsow war in seine alte Heimat gekommen, um seinen neuen Krimi „Quercher und der Blutfall“ im Haus Kroneck-Salis vorzustellen. Beim Interview zu einer anderen Veröffentlichung mit der NOZ-Redakteuerin Stefanie Adomeit, hatte er diese heraus gefordert: „Bildunterschriften kann jeder, mach mal was Größeres.“ Adomeit nahm die Herausforderung an, und Calsow lud sie daraufhin ein, ihre Kurzgeschichte als „seine Vorband“ bei der Lesung zu präsentieren. In „Freden Frevel“ ging es um die Fredentrasse, die Landesgartenschau (Laga) und die Suche nach Gold. Adomeit hatte die Lacher auf ihrer Seite, Calsow anschließend sowieso. Schließlich war die Lesung für ihn ein Heimspiel.

Heimatverbunden

Bevor er zu lesen anfing, belegte Calsow, wie gut er über das Geschehen in Bad Iburg informiert ist: „Ich bin mit der NOZ groß geworden und lese sie morgens noch immer als erstes - aber nur den Südkreis.“ Außerdem käme er regelmäßig in den Norden und würde natürlich von seinen Verwandten auf dem Laufenden gehalten. Seine erste Kurzgeschichte „Fehler macht jeder“ spielte auch prompt in Bad Iburg. Sie handelte von einem Besserwisser, der gegen die Landesgartenschau mäkelt und dessen erster richtiger Fehler tödlich endet. Die Beschreibung der Folgen dieses Fehlers war Slapstick zum Lesen und zuhören, weckte Erinnerungen an alte Stummfilme und kam beim Publikum ebenso gut an wie Calsows „kleiner Nachschlag“, eine kurze Heimatgeschichte.

Wellness-Taliban und rote Hosen

Dann stand die „neue Heimat“ Calsows, der Tegernsee, im Mittelpunkt. Zum einen las der Autor aus seinem neuen Quercher-Krimi, zum anderen erzählte er „Geschichten hinter der Geschichte“. Darin ging es meist um die – natürlich zugezogenen – Reichen und deren Marotten. Calsow nahm unter anderem den Hang vor allem älterer Herren zu roten Hosen und die extreme Fokussierung vieler Frauen auf ihre Ernährung – von ihm Wellness-Taliban genannt – aufs Korn.

Es wird ernst

Die meiste Zeit schmunzelte oder lachte das Publikum. Doch als Calow erklärte, warum er sich mit dem Terror der „Roten Armee Fraktion“ in seinem Buch befasste, wurde es ernst und Mucksmäuschen still: „Wir Deutschen kennen uns sehr gut mit den Tätern aus. Aber komischerweise kennen wir kaum ein Bild der Opfer.“ Bei seinen Recherchen hätte er festgestellt, dass die Opfer bis heute schweigen würden - aus Angst falsch dargestellt zu werden.

Begeisterte Zuhörer

„Fantastisch“, lautet anschließend das Urteil von Michael Raß. Ihm hatte gefallen, dass Calsow nicht nur aus seinem neuen Buch vorgelesen hatte, sondern „die Dame von der NOZ“ sowie Calsow auch Kurzgeschichten präsentiert hatten. Günter Knapheide erklärte: „Mir hat es sehr gut gefallen.“ Außerdem habe er festgestellt, der Autor echtes „Showtalent“ habe.


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