Iburgs Bürgermeisterin: Nicht leistbar Barrierefreie Laga-Brücke: 250.000 Euro für sechs Monate

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Der Auffahrt zur Brücke über den Charlottenburger Ring fehlen die Zwischenpodeste als Ruhezone für Rollstuhlfahrer. Foto: Jörn MartensDer Auffahrt zur Brücke über den Charlottenburger Ring fehlen die Zwischenpodeste als Ruhezone für Rollstuhlfahrer. Foto: Jörn Martens

Bad Iburg. Den Vorwurf, die Planer hätten beim Bau der Wege rund um die Brücke über den Charlottenburger Ring „Mist gebaut“, wie Annette Niermann es formulierte, wollte die Bürgermeisterin nicht auf sich und ihrer Verwaltung sitzen lassen. In der Ratssitzung erklärte sie, warum manche Wege im Charlottenseepark nicht völlig barrierefrei sind.

Es geht um die Verbindung zwischen dem Park rund um den Charlottensee und den Blütenterrassen, also die Brücke über die Bundesstraße, und den Weg zum Aussichtsbalkon. Diese seien nicht barrierefrei, hatte der Sprecher des Behinderten-Beirates, Walter Poggemann, im September kritisiert. Für problematisch hält er vor allem die fehlenden Zwischenpodeste, die alle sechs Meter als 1,50 Meter lange „Verweilzone“ zwischen den Anstiegen für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer nötig wären, um eine völlige Barrierefreiheit der Wege zu gewährleisten. In der jetzigen Ausführung müsse die Brücke, schon aus versicherungsrechtlichen Gründen, gesperrt werden, hatte Poggemann gefordert.

Barrierearm, nicht barrierefrei

Niermann hatte die Wege schon Mitte Oktober als barrierearm und nicht barrierefrei bezeichnet. Jetzt erklärte sie, dass die Entscheidung, den Weg über die Brücke ohne ebene Verweilzonen zu gestalten, bewusst gewählt worden sei. „Uns ging es darum, zwei Parks barrierefrei zu verbinden. Das ist der Fall.“ Denn nach der Landesgartenschau könne der Zebrastreifen über die Straße genutzt werden. „Dann ist auch der Balkon über einen etwas längeren Weg barrierefrei erreichbar.“

Der Überweg über die B51 ist während der Laga gesperrt, weil das Gartenschaugelände eingezäunt wird. Schließlich muss für die Schau Eintritt gezahlt werden. Das heißt, dass Besucher im Rollstuhl während der Laga eine Begleitperson erhalten, falls sie nicht schon in Begleitung kommen. „Das ist ein normales Prozedere bei Landesgartenschau“, erläuterte die Geschäftsführerin der Laga-Durchführungsgesellschaft, Ursula Stecker.

„Nicht leistbar“

„Die Planer haben die Brückenrampen nicht für das halbe Jahr Laga barrierefrei gemacht. Das heißt nicht, dass sie gepennt haben“, betonte Annette Niermann. Die Brücke habe eine Neigung von 4,76 Prozent, nach DIN seien für eine „Barrierefreiheit Null“ maximal drei zulässig. „Hätten wir die Podeste gebaut, hätte das 250.000 Euro mehr gekostet. Das konnten wir leider nicht leisten“, so Niermann. Es gebe genügend Helfer, die bei der Laga mit anfassen. Motorisierte Rollstühle könnten ausgeliehen werden. Farbige Markierungen auf den Plänen und Wegweisern sollen die Route weisen: „Keiner wird mit der Topografie alleine gelassen.“

Da die Drehkreuze an den Ausgängen für größere Rollis zu eng seien und um 19 Uhr geschlossen werden, die Laga aber bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet ist, haben sich die Verantwortlichen der Durchführungsgesellschaft eine Lösung überlegt: „Wer das Gelände nach 19 Uhr mit einem Elektro-Rolli verlassen möchte, kann telefonisch einen Helfer rufen“, so Ursula Stecker. „Das sichern wir zu.“


Finanzierung:

Das Land Niedersachsen fördert keine Landesgartenschauen. Gefördert werden Projekte für die Entwicklung der ausrichtenden Stadt, mit Landes-, vor allem auch mit EU-Mitteln. Deshalb gibt es keinen Investitionshaushalt der Gartenschau, sondern nur den Durchführungshaushalt. Dauerhafte Bauprojekte plant und erstellt die Stadt.

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