Achtsamkeit im Wald – Praxiskurs für Stressabbau In Bad Iburg gibt es nun Waldbademeister

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Iburg. Der Naturtherapie „Waldbaden“ widmeten sich 13 Teilnehmer am letzten Wochenende in einem dreitägigen Workshop in Bad Iburg. Angeleitet von Meditationslehrerin und Entspannungspädagogin Annette Bernjus werden die Teilnehmer dazu qualifiziert, zukünftig selbst Kurse im Waldbaden zu geben.

„Eigentlich wissen wir es längst, denn es liegt in der Natur des Menschen: Der Aufenthalt in Wald und Wiese tut uns gut“, weiß Annette Bernjus. Leider nehmen sich heute die wenigsten Zeit dafür, haben verlernt Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Gerade in einer von Stress und Burn Out geplagten Gesellschaft helfe das sogenannte „Waldbaden“ als Stressbewältigungsmethode. In Japan und Südkorea belegten Wissenschaftler dies bereits in den frühen 80er Jahren und machten „Shinrin Yoku“ – übersetzt „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“ – 2004 zum festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge in Fernost.

Workshop

Auch in Deutschland greifen mittlerweile einzelne Kliniken und Institute diese Form der Naturtherapie auf, denn durch den Aufenthalt im Wald können erwiesenermaßen Angstzustände und Depressionen verringert und die Vitalität gesteigert werden. Annette Bernjus, die bereits am 4. Oktober in der Bad Iburger Dörenberg-Klinik einen Vortrag über das Waldbaden hielt, ist Vorreiterin auf diesem Gebiet. Die aus Hofheim im Naturpark Hochtaunus stammende Expertin, hat vor Jahren begonnen, Waldbaden-Kurse anzubieten. Sie ist dort aufgewachsen und kennt den Wald wie ihre Westentasche.“Aber auch der Waldkurpark Bad Iburg eignet sich hervorragend zum Waldbaden“ meinte Annette Bernjus währen sie dort am letzten Samstag mit den Workshop-Teilnehmern spazierte und meditierte.

Weiterlesen: Gut für Blutdruck- und Blutzuckerwerte – „Baden“ in Bad Iburgs Wäldern

Eingepackt in wetterfeste Kleidung bewegt sich die Gruppe trotz Regens langsam unter den Bäumen. „Jetzt einfach mal die Augen schließen und den Geräuschen lauschen“, regt Annette Bernjus an. Die Gruppe versucht, die Waldatmoshäre regelrecht aufzusaugen, alles sehr bewusst wahrzunehmen. Tatsächlich wird am zweiten Tag des Workshops auch schonmal ein Buchenblatt gegessen oder ein Baum umarmt. „Alles kein Muss“, sagt die Kursleiterin augenzwinkernd, aber nicht nur Sehen und Riechen auch Schmecken und Fühlen können zu einem Waldbad gehören und zu Entschleunigung und Zufriedenheit beitragen. Je länger man dabei ist, umso leichter falle es, laut den Teilnehmern, sich auf all‘ das einzulassen.

Qualifizierte Kursleiter

„Ich habe Japanologie studiert und mehrere Jahre in Japan gelebt. Die Einstellung dort zur Natur ist anders als bei uns. Umso spannender, diesen Teil Japans nun in den Waldkurpark oder den Teutoburger Wald zu tragen“, meint Michael Fischer aus Bad Iburg. Er und seine Mitstreiter, viele von ihnen arbeiten in der Gesundheits- oder Tourismusbranche, lassen sich mit dem Workshop, sowie einer weiteren Fortbildung zu „Waldbademeistern“ ausbilden. So können sie selbst als qualifizierte Kursleiter das Waldbaden unter anderem im Rahmen der Landesgartenschau anbieten. Mehr aus Bad Iburg im Netz

„In Verbindung mit der touristischen Infrastruktur in Bad Iburg, mit Wandern, Wald und Wipfelpfad, soll das Waldbaden hier, aber auch in den anderen drei Bädern Bad Laer, Bad Rothenfelde und Bad Essen zu einem festen Bestandteil des gesundheitstouristischen Angebotes werden. Ziel ist es, Gesundheitsurlauber für die Waldbadregion Landkreis Osnabrück und Teutoburger Wald zu gewinnen“, sagt Landesgartenschau-Pressesprecherin Imma Schmidt, bevor sie zusammen mit der Gruppe einen Baum umstellend in die Atemübung „Öffne dein Herz“ einsteigt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN