Feinfühlige Virtuosität Brüder Lipstein begeistern Publikum in Bad Iburg

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Großes Ausdrucksvermögen bewiesen Cellist Manuel Lipstein und Pianist Rafael Lipstein. Foto: Elvira PartonGroßes Ausdrucksvermögen bewiesen Cellist Manuel Lipstein und Pianist Rafael Lipstein. Foto: Elvira Parton

Bad Iburg. Junge Musiker verzauberten in historischer Kulisse bei einem Konzert, das im Gedächtnis bleibt: Das Ausnahme-Duo Manuel und Rafael Lipstein riss seine Zuhörer beim Schlosskonzert im Rittersaal zu begeisterten Bravo-Rufen hin.

Der gerade einmal 16-jährige Cellist Manuel Lipstein und sein wenige Jahre älterer Bruder, Pianist Rafael Lipstein, wurden trotz ihrer Jugend bereits mit zahlreichen Preisen und internationalen Auszeichnungen bedacht. Und sie spielten sich auch in Bad Iburg mühelos in die Herzen der Musikfreunde – mit herausragender Virtuosität, hoher Empfindsamkeit und mit einem Ausdrucksvermögen, das die Seele der Musik hörbar und spürbar machte.

Dabei entfalteten sie in feinfühliger Abstimmung von Flügel und Cello eine ganze Welt an Emotionen: Manuel Lipstein ließ sein Instrument schon in Franz Schuberts Arpeggione-Sonate mit wandlungsfähiger Saitenkunst lieblich singen, heiter tanzen und verhalten klagen. Aus einem wehmütigen Traum entfaltete sich dabei das zentrale Adagio zu einer inneren Spannung, die jeder Note und jeder Pause Intensität verlieh.

Als Solist empfahl sich Rafael Lipstein mit einer fesselnden Interpretation von Frédéric Chopins Ballade Nr. 4 f-Moll. Nicht in kühler Virtuosität, sondern durchdrungen von tief empfundenem Gefühl steigerte er das anspruchsvolle Werk aus süßer, fast schmerzlicher Zartheit zu einer dramatischen Eruption entfesselter Klangkaskaden. Nur eine kurze Pause gönnten sich die beiden Musiker, bevor sie mit Benjamin Brittens Sonate für Violoncello und Klavier zwischen elegischem Lento und furiosem Presto erneut ihr Publikum in Bann schlugen.

Wie selbstvergessen entfaltete sich in bewegender Zartheit Sergej Rachmaninovs Vocalise, bevor Manuel Lipstein mit Paganinis „Variationen auf einer Saite“ überzeugend in die Fußstapfen des berühmten „Teufelsgeigers“ trat. Der langanhaltende und hochverdiente Applaus ließ die beiden Brüder erst nach zwei nicht minder virtuosen Zugaben ziehen.


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