Ehrung für soziales Engagement Iburger Courage-Preis für Eckart von Hirschhausen

Von Louisa Riepe


Bad Iburg. Er ist der Doktor Deutschlands: Eckart von Hirschhausen. Viele Fernsehzuschauer kennen ihn als Kabarettisten, Ratgeber und Quizmaster. Was nur wenige wissen: Er engagiert sich auch sozial. Für die Arbeit seiner Stiftung „Humor hilft heilen“ (HHH) wurde er am Freitag in Bad Iburg mit dem Courage-Preis geehrt.

„Lachen ist die beste Medizin“, von dieser Binsenweisheit ist Eckart von Hirschhausen überzeugt. Er sagt: „Die Forschung hat es klar bewiesen: Lachen hilft gegen Schmerzen.“ Deshalb hat der bekannte Mediziner 2008 eine eigene Stiftung gegründet. Sie fördert unter anderem Humor-Schulungen für Ärzte und Pflegekräfte, bringt professionelle Clowns in Krankenhäuser und Pflegeheime und beauftragt auch wissenschaftliche Studien zur medizinischen Wirkung des Lachens.

Biografie mit Medizin und Humor

Die Verbindung von Humor und Medizin zieht sich auch durch von Hirschhausens eigene Biografie: Schon während seines Studiums an der Freien Universität Berlin verdiente er sich sein Geld als Straßenkünstler und stand als Kabarettist auf kleineren Bühnen. Nach einem Praktikum als Arzt und der Dissertation zur „Immunglobulintherapie beim Schwein“ entwickelte er schließlich das medizinische Kabarett als eigene Kunstform und wurde als Autor, Entertainer und Moderator bekannt.

Aktuell ist Eckart von Hirschhausen donnerstagabends um 20.15 Uhr mit seinem „Quiz des Menschen“ in der ARD zu sehen. Gemeinsam mit prominenten Gästen beantwortet er darin Fragen zum Thema Gesundheit. Nur 24 Stunden nach der letzten Sendung stand er vor 150 geladenen Gästen im Rittersaal des Bad Iburger Schlosses und nahm den 22. Courage-Preis entgegen.

Für ein modernes Gesundheitswesen

„Jeder von uns weiß, dass es nicht nur das Medikament ist, das bei Erkrankungen hilft, sondern auch die positive Einstellung und der Glaube an die Wirkung“, sagte Wolfgang Mollenhauer, Erster Vorsitzender des Preiskomitees, in seiner Ansprache. Insofern sei es naheliegend gewesen, dem Lachen und seiner medizinischen Wirkung zum Durchbruch zu verhelfen. Es hob den besonderen Stellenwert dieses Ansatzes hervor: „Eckart von Hirschhausen verändert durch sein einzigartiges Engagement das tradierte Gesundheitssystem.“

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Mollenhauer erklärte auch, was es mit der besonderen Gestaltung des diesjährigen Preises auf sich hat: Die Skulptur vom Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb beinhaltet drei Stücke eines Holztisches, der in der Sakristei des Marienhospitals gestanden hat. Ein passendes Stück für von Hirschhausen, so Mollenhauer: „Krankenhäuser waren schon immer ein Ort der Spiritualität und der Begegnung. An diesem Tisch wurde geweint, gebetet und gehofft.“ Zusätzlich zu der Skulptur erhielt von Hirschhausen ein Preisgeld von 5000 Euro.

Preisgeld wird vor Ort ausgegeben

Er will es in der Region Osnabrück einsetzen. Selbst Berliner, ist von Hirschhausen mit einer Frau aus Rulle verheiratet. Insofern kenne er das Osnabrücker Land und wolle zukünftig Projekte insbesondere an Pflegeschulen vorantreiben, sagte er in seiner Dankesrede. Gerade der Beitrag der Heilberufe, die Kraft von Humor und persönlichem Kontakt sei mit der Ökonomisierung des Gesundheitssystems zusammengestrichen worden. Dem entgegen steht sein eigener Einsatz. „Dieser Preis ist ermutigend, daran zu glauben, dass man etwas erreichen kann“, sagte von Hirschhausen.

Die Preisverleihung hatte einen traditionellen Rahmen: Zur Begrüßung reichten die Initiatoren Friedenswein und Friedensbrot. Von Hirschhausen trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Und im Anschluss an die Preisverleihung wurde ein „Fischschmaus“ serviert. Er soll an den ersten Fischzug der Iburger im 1933 angelegten Charlottensee erinnern. Allerdings stammen weder Lachs noch Jakobsmuschel, Gelbschwanzmakrele oder Seezunge auf der Menükarte aus dem heimischen Gewässer.


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