Ortstermin am Iburger Bahnhof Mit E-Bus und Bahn zur Laga nach Bad Iburg

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Für die Erreichbarkeit der Laga per Bahn sprachen (von links) Annette Niermann, Renate Ralle, Daniel Schneider, Michael Geschwinde, Anna Kebschull und Josef Högemann aus. Foto: Johannes BarteltFür die Erreichbarkeit der Laga per Bahn sprachen (von links) Annette Niermann, Renate Ralle, Daniel Schneider, Michael Geschwinde, Anna Kebschull und Josef Högemann aus. Foto: Johannes Bartelt

wie/pm Bad Iburg. Mit dem Elektro-Bus oder der Bahn direkt zu Laga? Und nicht nur aus Richtung Lengerich, sondern auch aus Richtung Versmold?Eigentlich eine gute Sache. Läge der Bad Iburger Bahnhof nicht meistens brach. Und wären Elektrobusse im Überlandverkehr nicht die Ausnahme. Aber: Noch sind es über 200 Tage, bis die Landesgartenschau in Bad Iburg ihre Pforten öffnet. Und die Grünen halten beide Ideen für realisierbar.

Und beim Nachbohren hatten die Grünen durchaus Erfolg: Ja, Weser-Ems-Bus könne auch zur Landesgartenschau in Bad Iburg leise und die Luftqualität schonenden Elektrobusse, wie sie die Osnabrücker Stadtwerke ab 2018 in Betrieb nehmen wollen, einsetzen, erläuterte Weser-Ems-Bus-Niederlassungsleiter Jörg Schneider in einem Gespräch mit den Grünen. Allerdings verhehlte Schneider dabei auch kein großes „aber“: Wichtig sei, dass die Mehrkosten getragen würden. Fahrerlose Busse, worüber ebenfalls bei den Osnabrücker Stadtwerken nachgedacht werde, sieht Schneider allerdings noch nicht. Vorher käme diese Technik bei der Bahn zum Zuge.

Aproppos Bahn: Auch für die Erreichbarkeit der Landesgartenschau per Bahn auch aus südlicher Richtung wollen sich die Grünen einsetzen. „Wir freuen uns, dass nach Sanierung der Brücke „Zwischen den Wellen“ und Gleisbaumaßnahmen Züge von Lengerich aus wieder in Bad Iburg eintreffen können, aber das muss auch aus Richtung Gütersloh ermöglich werden“, erklärte die grüne Landtagskandidatin Anna Kebschull bei einem Ortstermin mit Lappwaldbahn-Vertreter Josef Högemann sowie Bürgermeisterin Annette Niermann in Bad Iburg.

Die Eisenbahntradition Lengerich, die Osningbahn und die Osnabrücker Dampflokfreunde hätten Interesse signalisiert, touristische Verkehre zur Laga anzubieten, so Högemann. Die 2009 aus der Lappwaldbahn ausgegründete Lappwaldbahn Service GmbH hatte Ende 2015 die 43,6 Kilometer lange und in weiten Teilen marode Bahnstrecke Ibbenbüren – Tecklenburg – Lengerich – Bad Iburg – Versmold und die 7,1 Kilometer lange Zweigstrecke Brochterbeck – Hafen Saerbeck von der Teutoburger Wald-Eisenbahn übernommen. Nach der Sanierung, so der Plan, soll der Tourismusverkehr zwischen Ibbenbüren und Versmold sowie der Güterverkehr zum Hafen Ibbenbüren-Dörenthe aufgenommen werden. Daran hat auch der Insolvenzantrag der Lappwaldbahn GmbH nichts geändert. ( Weiterlesen: Insolvenz ohne Auswirkung – Lappwaldbahn will Besucher zur Laga Bad Iburg bringen)

Bei den Streckenanliegern löst der Gedanke an eine Reaktivierung der Bahnstrecke aber nicht nur Freude aus. Immerhin: Högemann sicherte zu, dass die Lappwaldbahn den Anforderungen an Sicherheit und Lärmschutz entsprechen werde. Es werde es einen überschaubaren Betrieb mit wenigen Zügen am Tag geben, deren Höchstgeschwindigkeit bei maximal 50 km/h liege. Um aber überhaupt eine Anfahrt auch aus südlicher Richtung zu ermöglichen, seien Instandsetzungen an zwei Schadstellen in Glane erforderlich, erklärte Högemann. Bei der Querung des Glaner Baches in Höhe der Grundschule müssten Durchlass und Bahndamm in Ordnung gebracht werden. Im Bereich der Überführung „Kreuzbrink“ sei ein weitgehender Neubau der Eisenbahnbrücke fällig. Auch hier geht es ums Geld: „Wenn die Chance für die Laga gewahrt werden soll, muss die Finanzierung der Reparaturen mit Landesnahverkehrsgesellschaft und Landkreis schnellstmöglich geklärt werden“, so Högemann.

Wie geht es weiter? Mit dem Tourismusverband Osnabrücker Land gelte es, ein konkretes Programm zu entwickeln, betonte die Bad Iburger Bürgermeisterin Annette Niermann. Noch offen sei zum Beispiel der Transfer zwischen Bahnhof und Laga-Gelände, wofür auch eine Bimmelbahn in Betracht käme. Und auch der Bad Iburger Bahnhof könne als Visitenkarte des Kurortes besser gestaltet werden, ergänzte der Fraktionsvorsitzende Daniel Schneider.

So viel Bahn weckt Begehrlichkeiten: Der Bad Laerer Grünen-Ratsherr Michael Geschwinde sprach sich dafür aus, die touristischen Möglichkeiten der Teutoburger-Wald-Eisenbahn auch für seine Gemeinde zu nutzen, zumal der Kurbereich schnell vom Bahnhof zu erreichen sei. Der müsse allerdings instand gesetzt werden.


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