Bundesweiter Geschichtswettbewerb Drei Bad Iburger Gymnasiastinnen erfolgreich

Von Vincent Buß

Fürs Gymnasium Bad Iburg erfolgreich waren (von links) Melanie Katschko, Laura Barbosa Ribeiro und Jana Borgmann, unterstützt von ihrem Tutor Robert Quast. Foto: Jörn MartensFürs Gymnasium Bad Iburg erfolgreich waren (von links) Melanie Katschko, Laura Barbosa Ribeiro und Jana Borgmann, unterstützt von ihrem Tutor Robert Quast. Foto: Jörn Martens

vbu Bad Iburg/Bad Rothenfelde Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wurden drei Schülerinnen vom Gymnasium Bad Iburg ausgezeichnet. Zwei beschäftigten sich mit Ereignissen aus der Region, eine mit ihrer Familiengeschichte. Im November fällt die Entscheidung über die Bundessieger.

Mehr als 1600 Beiträge wurden bei der 25. Ausgabe des Wettbewerbs eingereicht. Das Teilnehmerfeld reichte von Erstklässlern bis zu Abiturienten, manche traten einzeln an, andere in Gruppen. Das Thema: „Gott und die Welt – Religion macht Geschichte“. Das Gymnasium Bad Iburg reichte zwölf Beiträge ein, drei Elftklässlerinnen wurden ausgezeichnet.

Geschichten aus der Region oder Familie

„Die Arbeiten sollten einen Bezug zur Region oder zur eigenen Familie haben“, erklärt Jana Borgmann. Sie entschied sich dazu, der Geschichte der evangelischen Jesus-Christus-Kirchengemeinde in Bad Rothenfelde zu erforschen, der sie selbst angehört. Dazu stöberte sie in der Gemeinde, im Pfarrhaus und im Kirchenarchiv. „Bad Rothenfelde war ein aufstrebender Kurort, auch viele Protestanten kamen dorthin“, sagt die Ortsansässige. „Die Zugezogenen wünschten sich eine eigene Kapelle, weil die nächstgelegene in Dissen zu weit entfernt war.“

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Doch Dissen habe das nicht genehmigt. Aus Trotz schufen die Protestanten laut Jana letztendlich nicht nur eine Kapelle, sondern gründeten auch eine eigene Gemeinde. Bei der Recherche wurde die 17-jährige überrascht: „Ich habe gemerkt, wie nahe mir das Thema ist.“ Denn einige der in den Dokumenten genannten Namen kommen in ihrem Bekanntenkreis noch vor.

Kontakt zu Zeitzeugen

Janas Mitschülerin Laura Barbosa Ribeiro wollte nach einem Besuch im Kloster Vinnenberg in Warendorf herausfinden, wieso die Nonnen während des Nationalsozialismus vertrieben wurden. Sie fand heraus, dass sich das NS-Regime am Kloster störte, auch weil die Nonnen ihr Leben abgeschirmt vom Nationalsozialismus führten. Die 17-Jährige traf sich auch mit einer Zeitzeugin. „Das war etwas ganz Besonderes, gerade als sie erzählte, wie die Gestapo in das Kloster eindrang und die Nonnen weiterreisten.“ Ein Klosterleben in der damaligen Form gibt es in Vinnenberg heute nicht mehr.

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Ganz persönlich wurde es bei Melanie Katschko. Sie beschäftigte sich mit ihrem jüdischen Großvater, der in der Sowjetunion aufwuchs und heute in Israel lebt. Also verglich sie, wie die Religion an beiden Orten ausgelebt wurde, und besuchte ihre Großeltern in Israel. Ihre Haupterkenntnis: „Der jüdische Glaube ist ortsunabhängig.“ Aber auch in Bezug auf ihre Verwandtschaft wurde Melanie etwas klar. „Meine Großeltern waren schon immer sehr religiös, das verstehe ich jetzt besser“, sagt die 17-Jährige, die selbst Jüdin ist.

Bundessieger könnte aus Region kommen

Für alle drei Gymnasiastinnen waren die Beiträge gleichzeitig auch die Facharbeiten für das Geschichtsseminarfach. Beim Wettbewerb, der vom Bundespräsidenten zusammen mit der Körber-Stiftung ausgeschrieben wird, erhielten sie Förderpreise. Bundesweit wurden 250 Förderpreise á 100 Euro vergeben und 250 Teilnehmer als Landessieger mit je 250 Euro ausgezeichnet. Aus Letzteren werden 50 Bundessieger bestimmt und am 22. November ins Schloss Bellevue eingeladen. Eine von ihnen könnte aus der Region stammen, denn Nele Hebbeler vom Gymnasium Carolinum ist noch im Rennen.

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