Im Zeichen der Götter 126 Abiturienten erhalten Zeugnis am Gymnasium Bad Iburg

Von Rolf Habben

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Ein letztes mal zusammen feiern: Die Abiturienten des Gymnasiums Bad Iburg nahmen am Freitagabend ihre Zeugnisse entgegen. Foto: Elvira PartonEin letztes mal zusammen feiern: Die Abiturienten des Gymnasiums Bad Iburg nahmen am Freitagabend ihre Zeugnisse entgegen. Foto: Elvira Parton

Bad Iburg. Lauter Götter der griechischen Antike stiegen im Gymnasium Bad Iburg vom Olymp. Nicht zwölf, wie überliefert, ganze 126 Schüler waren es, denen am Freitagabend das Abiturzeugnis ausgehändigt wurde. „Abilymp, wenn Götter gehen“ verhieß die Feierstunde im Beisein zahlreicher Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Eine aus der Mitte der Abiturienten eigens eingerichtete „Entlassplanungsgruppe“ stand für das ebenso unterhaltsame wie umfangreiche Programm.

Weniger als Mahnung denn als Anerkennung wollte Schulleiterin Christiane Schneider die alte Weisheit nach Hesiod verstanden wissen „vor dem Erfolg, hätten die Götter den Schweiß gesetzt“. Der Notendurchschnitt der Abiturientia 2017 mit 2,42 sei schon sehr beeindruckend. In ihren Ausführungen schlug die Schulleiterin einen Bogen von Uwe Johnsons Roman „Die Reifeprüfung“ von 1953, dessen Reflexion von Mündigkeit, Würde und Meinungsfreiheit „die wegen ihrer Überzeitlichkeit auch heute noch aktuell seien“, bis hin zu Dieter Wellershoffs Verständnis von Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung. Ganz persönliche Worte fand Schneider mit ihrem Geständnis, dass ihr der Abschied von den Schülern nicht leicht fiele. Mit Hinweis auf die vielfältigen Aktivitäten und Engagements sei dieser Jahrgang ein ganz besonderer Jahrgang. „Habt eure Ideale und lebt sie, ja, lebt sie aus“, rief sie den Abiturienten zu, mit abschließenden Textzeilen aus Bob Dylans Song „Forever young“.

Konstanten und Veränderungen

Landrat Michael Lübbersmann umriss in seinem Grußwort den Zeitraum der Gymnasiasten seit 2005, der ein wesentlicher Teil ihres Lebens geworden sei. Viele Konstanten aber auch viele Veränderungen, vom Papst Benedikt, über Angela Merkel, über vier Bundespräsidenten bis hin zu deutschen Fußballmeistern habe es seitdem gegeben. Als Schulträger warb Lübbersmann für den Landkreis als idealen Standort für Studium und Ausbildung. Die Wege zum Studium seien früher einfacher gewesen, heute seien sie nicht zuletzt auch notenbestimmt. Das Gymnasium habe die Abiturienten aber hervorragend auf ihr künftiges Leben vorbereitet. Nur wer seinen eigenen Weg ginge, könne von Niemandem überholt werden, griff Lübbersman auf ein überliefertes Zitat Marlon Brandos zurück.

„Gottgleiches Abitur“

Norbert Hagemeier machte für den Förderverein in einem Streifzug durch die griechische Götterwelt deutlich, dass „das Abi nicht der Zenit eurer Laufbahn ist“. Viele hätten den Verlockungen der Sirenen aus Homers Odysse erfolgreich widerstanden und den „steinigen Weg zu einem gottgleichen Abitur“ gemeistert. „Hier braucht man euch nicht mehr“, versicherte Hagemeier augenzwinkernd. Udo Bröskamp als Vorsitzender des Schulelternrats forderte in seinem Grußwort die Abiturienten dazu auf, „seid neugierig, aber stets bescheiden, geht ins europäische Ausland“, das habe anfangs zwar seine Hürden, später wolle man diese Zeit jedoch nicht mehr vermissen. Als Rückkehrer nach Bad Iburg „könnt ihr ja vielleicht auch einiges von dem zurückgeben, was euch hier zuteil wurde“.

„Seid neugierig“

Einen flammenden Appell richtete Hans-Gert Pöttering in seiner Eigenschaft als Schirmherr des Europaforums am GBI an die Abiturienten. „Seid neugierig für Anderes und für andere Kulturen“. Gutes und weniger Gutes gebe es überall in der Welt, „lasst uns zusammenstehen, damit das Gute obsiegt“. Aus seiner Erfahrung als jahrzehntelanger Europapolitiker verdeutlichte Pöttering, es gebe nicht nur die eine Identität des Vaterlandes, sondern deren drei, nämlich die Heimat, das Vaterland und Europa. Wer sein Vaterland über alles stelle, werde zum Nationalisten, verstanden als Hinweis auf den zunehmenden Rechtspopulismus in der europäischen Gesellschaft. „Wir leben heute in einer Wertegemeinschaft, die wir noch nie hatten und die es zu bewahren gilt, engagiert euch dafür, auch in den Parteien, es ist euer Jahrhundert“. Mehr aus Bad Iburg im Netz

Einzigartige Persönlichkeiten

Gemessen am Applaus gehört Christian Möller als Mathelehrer zweifellos zu den beliebtesten Pädagogen unter den Abiturienten. In seiner launigen und äußerst humorvollen Laudatio rief Möller in Rückblenden als Episoden und kleinen Geschichten am Rande die jeweiligen Stärken, Marotten und Schwächen vieler seiner Schüler in Erinnerung, wobei er es sich nicht nehmen ließ, sie auch persönlich im Saal anzusprechen. Er habe selten einen solch sympathischen aber auch lernwilligen Jahrgang erlebt. „Ich bin stolz auf euch, auf einzigartige Persönlichkeiten und Charaktere“, schloss Möller unter tosendem Beifall.

Von Statisten, Hauptdarstellern und Regisseuren

Ähnlich locker verstand es Eric Rott in seiner Schülerrede einen Rückblick auf die vergangenen Jahre als Gymnasiasten, vor allem in der Oberstufe anzureißen, die er („Wir sitzen alle in einem Boot“) als Bootsfahrt mit vielen guten Zeiten, aber auch mit etlichen Unwettern verstand. Entscheidungen, wohin die Reise künftig ginge, könne man zwar vertagen, nicht jedoch vor Ihnen flüchten.

Authentisch gab Martin Bäumer als Vater einer der heutigen Abiturienten Einblicke und Ausblicke als Elternteil mit Rückgriff auf die Welt des Kinos und TV-Serien.. Für ihn sei die Schulzeit seines Kindes abgelaufen wie ein Film. Seinen Dank an das Lehrerkollegium fasste Bäumer daher zusammen „wir haben Ihnen die Statisten geliefert, Sie haben Hauptdarsteller daraus gemacht“, und an die Abiturienten gewandt, „ihr seid euer eigener Regisseur eures Lebens“.

Großen Beifall fanden darüber hinaus die musikalischen Beiträge des Schulorchesters unter der Leitung von Barbara Tiemann, die Abi-Band mit „Best day of my life“ sowie der „Chor 8-12“ mit einem Potpourri aus der Schlagerwelt unter der Leitung von Petra Schulke.


Das sind die Abiturienten des Gymnasiums Bad Iburg 2017

Bad Iburg: Juliane Bartig, Felix Beermann, Johannes Bremer, Rob Bugiel, Sara Buschmeyer, Ellen Flender, Dominic Franke, Danny Hache, Anna Franziska Hage, Mara Haking, Moritz Holtmeyer, Stefanie Kassen, Alexander Kassen, Helena Kleine Hörstkamp, Helene Langer, Kai Lehmkuhl, Kai Lepper, Jan Neumann, Jennifer Niemann, Elena Ossege, Malte Ostendarp, Luca Rosemann, Eric Rott, Sophia Ryll, Timo Schwarz, Niclas Seeberg, Christopher Singh, Julie Sprehe, Marie Stapenhorst, Friederike Stefanowski, Lars Ole Steinfeld, Luca Steinmann, Silas Streubel, Charlotte Texter, Leon Tigges, Steffen Tigges, Nele Timpe, Ngan-Thuy Truong, Marko Cem Uzunok, Sophia Vogelpohl, Benjamin Vömel, Nina Wellenbrock, Jessica Wiemann

Bad Laer: Timo Aafjes, Anabel-Marie Afonso, Rebecca Averwerser, Benno Buddendieck, Nancy Bünemann, Niklas Bußmann, Florian Dimek, Jonas Eckelkamp, Christian Faist, Laura Frerig, Johanna Geißler, Ann-Sophie Holtmann, Moritz Maximilian Kutsch, Elias Mannel, Jule Maschke, Ronja Müller, Lina Niehaus, Yannick Niemann, Kim-Sophie Peters, Katharina Pille, Hendrik Rosemann, Johanna Schöning, Linda Stratmann, Britta Stricker, Jannik Tepe, Katharina Tewes, Mark Wesner, Jan Westing, Louis Zadow

Bad Rothenfelde: Jennifer Denton, Mirco Heinrichs, Annelie Kebschull, Jannik Klotzbach, Bo Meiring, Roma-Nastasia Nebel, Marie Sophie Overberg, Dennis Pohlmann, Nele Strieder, Moritz Constantin Wewel

Dissen: Oliver Banduk, Verena Dyszack, Marie-Luise Haas, Mareike Horst, Gernus Kaplan, Bettina Löwen, Beeke Neumann, Nicolas Philipps, Jonas Riesenbeck, Laura Sophie Schulz, Marius Thonke, Philipp Wanders

Glandorf: Felix Bäumer, Franziska Bültemeyer, Mathis Erpenbeck, Nicole Herbermann, Johanna Klemenz, Vincent Lefken, Carsten Linnenberg, Daniela Lüking, Sophia Maag, Kathrin Puke, Anna Schomaker, Lisanne Carolin Stief, Nguyen Bao-Long Tran, Johannes Wippern, Charlotte Wulfert, Wiebke Maria Wüller

Hilter: Alena Acil, Marc Benner, Dominik Bleile, Anna Häntzschel, Jonas Högemann, Philipp Holtgreife, Leonard Kaiser, Henry Kampwerth, Madou Meyer, Roman Michalik, Aygül Nen, Alicia Charlotte Quaschny, Jakob Rüter, Isabell Stelte, Daniel Stumpf

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