Mit Tempo 80 über den Kreuzbrink Glaner an Baustellen-Schleichwegen sind mächtig genervt

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Bad Iburg. Einmal verschämt nach rechts schauen, einmal nach vorn und dann ab durch die Mitte. Eine Szene, die Gabi Wiemann von ihrem Hof am Kreuzbrink pausenlos beobachtet. „Wenn ich für jedes Mal 20 Euro bekäme...“, lacht die Glanerin. Dabei ist ihr nicht wirklich zum Lachen zumute.

Die Iburger Baustellenbagger haben die Bahnhofstraße erreicht. Das bedeutet für die Glaner: Die ländliche Ruhe ist vorbei. Die Motoren heulen, die Banketten krachen. Und manchmal hilft Spaziergängern und Radlern nur ein sportlicher Sprung an die Seite. Bis Ende Juni wird das noch so gehen.

Die landwirtschaftlichen Straßen zwischen Münsterscher und Laerer Straße sind eng. Bei Gegenverkehr müssen beide Fahrer auf den Grünstreifen ausweichen. Das bekommt weder ihm noch den Banketten. Erst recht nicht Vorplätzen und Gärten der Glaner. Willi Schröder hat sein Grundstück schon mal abgebakt, weil er die Schlenker über seinen Vorplatz leid war.

Mit einem Eimer Teersplit

Aber was ist mit den Löchern in der Straße: „Wer wird die Folgekosten bezahlen?“, fragen sich auch Reinhard Buschmeyer und Gabi Wiemann. 15 Jahre lang seien die Ränder der Straßen vernachlässigt worden: „Jetzt rücken Mitarbeiter der Stadt ab und zu mit einem Eimer Teersplit an.“

Was sie stört, ist weniger die Anzahl der Fahrzeuge als ihr Tempo: „80 ist normal“, sagt Buschmeyer, 50 erlaubt. Alle Drei hoffen, dass es bei dieser Beschränkung bleibt. „Das ist hier schließlich ein Schulweg.“

Gelenkbusse ignorieren Verbot

Die Stadt war zwar schon vor Ort und hat die Beschilderungen geändert. Die Probleme bleiben. Ein neuralgischer Punkt ist der Kreuzbrink. Hier sind 200 Meter Straße in beiden Richtungen gesperrt, was schwere Schul- und Gelenkbusse nicht daran hindert, dreimal am Tag über das Sträßchen zu brettern. Wiemann hat gezählt: „In zwölf Stunden hatten wir 180 Falschfahrer.“

Mitleid bekommt sie manchmal mit Lkw-Fahrern, die trotz 3,40 Meter-Schild bis zur Eisenbahnbrücke schleichen, feststellen, dass sie für die Durchfahrt deutlich zu hoch sind und auf kleinster Fläche rückwärts fahren müssen.

Immer im Kreis

In diesem Moment rollt ein Warendorfer Wagen heran. Ein junger Mann schaut hilfesuchend durch sein Beifahrerfenster: „Wo kommt man denn hier durch, ich muss nach Dissen.“ Von Lienen hat es ihn an den Kreuzbrink verschlagen. Auch, weil das Navi auf den kürzesten Weg programmiert ist. Zwischen Scheventorf und Visbecker Ring verfransen sich Auswärtige immer wieder und kreiseln durch die Ortschaft.

Jumm, da rauscht der nächste ans Stoppschild heran: Ein Quadfahrer gibt Gas, scheint geradeaus durch den Kreuzbrink donnern zu wollen – um sich dann in letzter Sekunde in die Kurve zu werfen. Es gab wohl zu viele Zeugen.

Besserwisser am Steuer

Wer brav nach den Schildern fährt, wird über Glandorf und Bad Laer nach Hilter und Dissen umgeleitet. Ganz schön weit. Die schnellere Abkürzung durch die Bielefelder Straße ist am Charlottenburger Ring nicht ausgeschildert. Vor dem Schulzentrum sind die Bahnhofstraßen-Umfahrer nicht gern gesehen.

Gabi Wiemann macht zwar nichts falsch, wenn sie von ihrem Hof auf den Kreuzbrink biegt, ganz egal, in welcher Richtung. „Ich darf das, sonst käme ich ja gar nicht vom Hof.“ Was asuwärtige Oberlehrer am Steuer nicht daran hindert, ihr die Lichthupe zu zeigen – oder gleich den Vogel.


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