Beteiligte aus GMHütte und Bad Laer Prozess nach Schlägerei auf Bad Iburger Wiesn-Gaudi

Gewalttätig wurden Taxifahrer während einer Auseinandersetzung in Bad Iburg. Symbolfoto: dpaGewalttätig wurden Taxifahrer während einer Auseinandersetzung in Bad Iburg. Symbolfoto: dpa

Bad Iburg. Streit auf der Iburger Wiesn-Gaudi: Ein Gast des Oktoberfests soll einem anderen mit einem Bierkrug ins Gesicht in geschlagen haben, bevor dieser zusammen mit einem Taxifahrer auf ihn eingetreten haben soll. Das Amtsgericht Bad Iburg stellte das Verfahren gegen die beiden Letzteren ein.

Laut Anklageschrift soll ein Bad Laerer Besucher der Iburger Wiesn-Gaudi einen Gast aus GMHütte mit einem Bierglas im Gesicht verletzt haben. Ein GMHütter Taxifahrer soll den Bad Laerer daraufhin zu Boden gebracht und gemeinsam mit dem Verletzten auf ihn eingetreten haben. Das Amtsgericht Bad Iburg verhandelte zunächst gegen die beiden GMHütter, während der Bad Laerer als Nebenkläger auftrat. Gegen ihn läuft wegen des mutmaßlichen Schlags mit dem Bierkrug ein eigenes Verfahren.

Streit um Taxiruf?

Der erste Angeklagte, ein 36-Jähriger, wollte gegen 1.45 Uhr das Oktoberfest am Dörenberg verlassen. Dazu rief er einen GMHütter Taxidienst, bei dem er selbst beschäftigt ist. Es sei dann zu einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Bad Laerer gekommen, der ebenfalls Gast auf der Wiesn war. Der 28-Jährige, der für ein Bad Iburger Taxiunternehmen arbeitet, sei wütend gewesen, dass der Angeklagte ein Taxi aus GMHütte gerufen habe, anstatt eins der Bad Iburger Taxis vor Ort zu nehmen.

Schnittwunde über dem Auge

Der 36-Jährige war schon in das Taxi seines Kollegen eingestiegen, bevor er es nach Rufen des Bad Laerers doch noch einmal verließ: „Plötzlich habe ich eine ins Gesicht gekriegt“, so der GMHütter, der eine Schnittverletzung über dem linken Auge erlitt. Als er nach einigen Sekunden zu sich kam, habe er den Bad Laerer auf dem Boden liegen sehen. Er bestritt, auf ihn eingetreten zu haben. Tritte seines Kollegen habe er auch nicht wahrgenommen. Der Angeklagte hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls einen Atemalkoholgehalt von 1,64 Promille.

Taxifahrer bestreitet absichtliche Tritte

Der 51-jährige Taxifahrer vermutete, dass der Bad Laerer nach seinem Schlag mit dem Krug gegen den GMHütter das Gleichgewicht verlor und deshalb stürzte. Zuvor habe er ihn und seinen Kollegen als „Arschlöcher“ beschimpft und gefragt, was sie dort zu suchen hätten. Er sei daraufhin ausgestiegen, um dem 28-Jährigen aufzuhelfen. Dieser habe jedoch den Henkel des mittlerweile zerbrochenen Bierkrugs umher geschwenkt. Als Ausweichmanöver sei er um ihn „herumgehoppelt“ und habe ihn dabei möglicherweise getreten.

Bad Laerer bestreitet Schlag mit Glaskrug

Der Bad Laerer bestätigte, dass es zum Streit mit dem GMHütter und seinem Taxikollegen gekommen sei, da dieser mit hoher Geschwindigkeit auf den Parkplatz gefahren sei. Eine etwaige Konkurrenz des GMHütters und des Bad Iburger Taxiunternehmens sei „totaler Schwachsinn“. Er gab zu, die beiden GMHütter beleidigt zu haben, bestritt aber, ein Glas dabei gehabt beziehungsweise den 36-Jährigen geschlagen zu haben. Der 28-Jährige vermutete, dass zwei Personen auf ihn eintraten, konnte aber nichts sehen, da er schützend seine Hände über den Kopf gehalten habe. Er erlitt einen Bruch des Sprunggelenks.

Zeugen gehen dazwischen

Eine Polizistin erklärte, dass der Taxifahrer vor Ort erklärt habe, den Bad Laerer möglicherweise gegen Rücken oder Gesäß getreten zu haben. Eine Unterhaltung mit dem 28-Jährigen sei nicht möglich gewesen, da dieser sehr aggressiv gewesen sei und sich geweigert habe, Angaben zu machen. Drei GMHütter wurden durch das Klirren von Glas auf die Auseinandersetzung aufmerksam. Sie beobachteten, dass auf den Bad Laerer eingetreten wurde, woraufhin sie dazwischen gingen. Die Zeugen machten widersprüchliche Angaben darüber, ob ein oder zwei Personen zutraten. Auch konnten sie keinen der Angeklagten eindeutig als Täter identifizieren.

Taxifahrer zahlt Geldauflage

Nach längerer Diskussion einigten sich alle Beteiligten darauf, das Verfahren gegen den Taxifahrer gegen die Zahlung einer Geldauflage von 500 Euro an den Bad Laerer einzustellen. Das Verfahren gegen den 36-Jährigen wurde ohne Auflagen eingestellt. Zudem erklärte sich der Bad Laerer bereit, 500 Euro an den 36-Jährigen zu zahlen, sollte sein Verfahren ebenfalls eingestellt werden.

Mehr aus den Gerichtssälen der Region auf www.noz.de/justiz


0 Kommentare