Drittes Osterspektakel Lebendiges Mittelalter im Schatten der Iburg

Von Rolf Habben

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Bad Iburg. Bereits zum dritten Mal hat sich der Kneipp-Erlebnispark in Bad Iburg zum Osterspektakel in ein mittelalterliches Lager verwandelt. Händler und Handwerksleute hatten über das Osterwochenende ihre Zelte aufschlagen. Bänkelsänger, Minnesang und Kulinarisches prägten für drei Tage das Areal.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeisterin Annette Niermann und Veranstalterin Katja Schwerwitzki alias Euphelia zu Riebe war unter wolkenverhangenem Himmel wegen steifer Brisen noch letzte Hand anzulegen, weil das Technikzelt mit „Erdankern“ als Heringe vor dem Wegwehen bewahrt werden musste. Niermann begrüßte alle, „die schon vor tausend Jahren hier waren und alle anderen unter Hundert“. Herold Richard von Waldfels forderte die Besucher auf, „klingende Münzen, die allzu schwer in der Tasche liegen, in liebliche Waren einzutauschen“, ehe Marktvogt Rangalf Gerhardson Freiherr zu Riebe mit seiner Aufforderung „nun treibet ordentlich Handel“ den Markt offiziell freigab.

Gezahlt wurde mit Talern

Buntes Treiben herrschte an allen drei Markttagen. So mancher Besucher mag sich bei seinem Marktbummel durch die Händlergassen gefragt haben, ob der Kurort die Eurozone verlassen hat. Denn der Taler war allerorten gängige Währung, sowohl an den Verkaufsständen als auch in den Tavernen, den Brätereien und Bäckereien – allerdings war er zum Glück 1:1 umzutauschen, ganz ohne Wechselstube.

Die Heerlager zeigten das Leben auf Reisen, es wurde über offenem Feuer gekocht und gefachsimpelt. Im Gefolge waren Händler in mittelalterlichen Trachten, Taschner und Beutler, Schmied, Korbflechter und Kunsthandwerker, die Schmuck, edles Gestein und Geschmeide feilboten. Repliken mittelalterlicher Artefakte wie Schwerter und Streitäxte, Hieb- und Stichwaffen oder Bögen waren als Sammlerstücke ebenfalls zu erstehen.

Gerichtsverhandlung vor Kaiser Heinrich VI.

„Krieger“ im Ritterkostüm nahmen beim Schwertkampf ihre unblutigen, waffenklirrenden Streitereien als choreographiertes Schauspiel offensichtlich nicht allzu ernst. Dramatischer ging es in einer Gerichtsverhandlung zu. Verhandelt wurde vor Kaiser Heinrich VI. als oberstem Gerichtsherrn ein Diebstahl sowie ein Hexenprozess. Die der Hexerei bezichtigte Angeklagte kam nach der siegreichen Auseinandersetzung eines Christen gegen einen Heiden wieder auf freien Fuß.

Auf der „Königlichen Bogenbahn“ konnten Jung und Alt ihre Treffsicherheit mit Pfeil und Bogen messen. Wer Lust hatte, konnte zudem mit einem Wikingerschiff auf dem nahen Charlottensee in See stechen. Mittelalterliche Musik der Spielleute „Schattenweber“, „Unvermeydbar“ und des Bardenduos „Herzblut“ war unüberhörbar und ebenso unübersehbar. Auf hungrige Mägen warteten Gaumenfreuden aus Gebruzzeltem, „Drachenzungen“ oder Flammlachs in der Fischbraterey „Verleihnix“ und zwar ohne Grätenpfand, wie zu lesen war. Das Spektakel bot mit den Feuershows und einem Fackelzug der „Formatio Burning Nights“ am frühen Samstag- und am Sonntagabend weitere Höhepunkte.

Spende für Kinderhospizdienst

Händler, Handwerker und Spielleute baten auf Anregung von Katja Schwerwitzki an allen Tagen die Besucher um einen Obolus. Die Spende soll, wie auch im Vorjahr, dem ambulanten Kinderhospizdienst Osnabrück zugutekommen.

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