Enttäuschung in Bad Iburg Der Freeden blüht – unter Ausschluss der Öffentlichkeit



Bad Iburg. Nur noch wenige Tage, dann steht der Freeden in Bad Iburg wieder in voller Blüte. In diesem Jahr allerdings weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da der Weg durch den Naturwald gesperrt ist.

Die Lerchensporn-Blüte im Teutoburger Wald ist ein großartiges Schauspiel, das jedes Jahr Tausende von Besuchern anzieht. Besonders intensiv ist die Blütenpracht entlang des Kammweges über den Großen Freeden, etwa 2,5 Kilometer östlich der Wassertretstelle am Hagenberg. Um Wanderer nicht durch herabfallende Äste zu gefährden, ist diese Strecke bis auf Weiteres gesperrt.

„Achtung! Dieser Weg darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden!“, steht auf einem Verbotsschild am Beginn des Kammweges. Das Forstamt beruft sich auf Paragraf 31 des „Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung“ und führt als Grund das anhaltende Baumsterben an. Der Pilzbefall in den Eschenkronen sei soweit fortgeschritten, dass akute Bruchgefahr bestehe. „Während in anderen Waldteilen die absterbenden Bäume entnommen und durch andere Baumarten ersetzt werden, ist dies in einem Naturwald nicht möglich. Hier soll die ungestörte Waldentwicklung beobachtet und erforscht werden“, erklärt das zuständige Forstamt in Ankum.

Kleiner Freeden weiter begehbar

Der seit den Siebzigerjahren bestehende Naturwald bleibe aber weiter von der Waldstraße aus erlebbar, die vom Parkplatz an der Wassertretstelle zur Schutzhütte am Georgsplatz führt. Auch die ausgewiesenen Wege über den Kleinen Freeden, wo sich ebenfalls der Hohle Lerchensporn ausgebreitet hat, sind frei begehbar, wie es in einer Mitteilung heißt. „Hier werden einzelne Eschen, die ein Risiko für die Waldbesucher darstellen, gefällt.“

Für Naturliebhaber ist das ein schwacher Trost, denn das Vorkommen der weiß und violett blühenden Knollenpflanze am Kleinen Freeden ist eher verhalten – kein Vergleich jedenfalls zur spektakulären Massenblüte ein paar hundert Meter weiter. Das Verbotsschild hat bei einzelnen Wanderern und geführten Gruppen in den vergangenen Tagen reihenweise große Enttäuschung hervorgerufen, denn die Tour endet für sie ausgerechnet dort, wo es am spannendsten wird.

Unklar ist, wie es am 269 Meter hohen Großen Freeden in den kommenden Jahren weitergeht. „Das Eschensterben wird sich nicht positiv entwickeln, daher ist anzunehmen, dass das Gebiet weiterhin gesperrt bleibt“, sagte Rainer Städing, regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten auf Nachfrage unserer Redaktion. „Wir wollen auf keinen Fall, dass die Bevölkerung das Gefühl hat, ausgesperrt zu werden. Daher sollten sich alle Beteiligten nochmal zusammen an einen Tisch setzen, um eine Kompromisslösung zu finden.“


Der Naturpark Terra Vita informiert tagesaktuell über den Stand der Lerchenspornblüte. Derzeit (29. März 2017) ist Stufe 7 von 10 erreicht. Mit der Vollblüte ist Anfang April zu rechnen. Hier geht es zum Freedometer.

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