Leseratten sind gefragt Ostenfelder Leseherbst nimmt Konturen an

Vorauswahl: Die Jury zum Iburger Leseherbst tagt in der Grundschule Ostenfelde. Foto: Hermann PentermannVorauswahl: Die Jury zum Iburger Leseherbst tagt in der Grundschule Ostenfelde. Foto: Hermann Pentermann

Bad Iburg. Auch wenn das Programm des diesjährigen 8. Ostenfelder Leseherbstes vom 28. September bis 29. Oktober 2017 derzeit noch erstellt wird - die Veranstaltung nimmt bereits jetzt erste Konturen an. Ein Geheimnis ist es aber ohnehin nicht: Literatur, Unterhaltung, Genuss und Bildung werden mit etlichen Veranstaltungen wieder den Leseherbst bestimmen.

Die Vergabe des mit 1000 Euro dotierten „Kinderliteraturpreis Schlossgeschichten“ wird dabei einer der Höhepunkte des Leseherbstes sein. Seit 2003 wird der Literaturpreis – Herzstück des Leseherbstes – überreicht. Von Beginn an legten die Initiatoren besonderen Wert darauf, dass die Kinder aktiv in den Prozess und die Prämierung der Werke eingebunden sind. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch bei der Verleihung 2017 spielen sie einmal mehr die Hauptrolle.

Ein Berg von 36 Büchern

Die Zahl der eingereichten Titel macht allerdings eine Vorauswahl erforderlich, damit alle Schüler der Ostenfelder Grundschule das zusätzliche Lesepensum neben ihren regulären schulischen Aufgaben bewältigen können. Aus einem Berg von insgesamt 36 Büchern hat die zwölfköpfige Jury aus Lehrern, Elternvertretern, Bibliothekaren sowie ehrenamtlichen Mitgliedern daher eine Vorauswahl zu treffen. Die Auswahl wird dabei in zwei Kategorien mit jeweils drei Büchern für Kinder der Klassen 1 und 2 sowie der Klassen 3 und 4 vorgenommen, alles Erstlingswerke verschiedener Autoren oder als Erstausgabe in deutscher Übersetzung. Bis zum 26. April trifft die Jury ihre Entscheidung, welche sechs Bücher, nicht zuletzt auch aus pädagogischen Gesichtspunkten, den Kindern für den Wettbewerb vorgelegt werden. ( Rückblick: Bad Iburger Kinderliteraturpreis verliehen)

Reisverleihung im Rittersaal

Aus dieser sogenannten „short list“ wählen die Erstklässler und die Leseratten der 3 und 4. Klasse dann ihre Favoriten für die Preisverleihung am 29. Oktober im Rittersaal des Schlosses Iburg. „Die Kinder entscheiden selbst, wer Preisträger der Kinderliteratur wird“, erläutert Schulleiter Veit Schimke von der Grundschule Ostenfelde, „das sei die Kompetenz schlechthin“. Die Kinder müssten die Bücher zusätzlich zu ihrem normalen Unterricht verarbeiten, ergänzt Ulrich Texter, Mit-Initiator des Leseherbstes. „Wir fördern nicht nur, wir fordern auch“, so Texter. In den Projekttagen setzen sich die Schüler mit den Werken künstlerisch auseinander, ob mit Malen oder Basteln beispielsweise.

Vielfach ausgezeichnete Autoren

Aus langjähriger Erfahrung sind das Kollegium der Grundschule Ostenfelde und die „Macher“ des Ostenfelder Leseherbstes natürlich verwöhnt, wenn sie über potenzielle Kinderbuchautoren für eine Lesung an der Grundschule nachdenken. Vielfach ausgezeichnete Autoren setzten in den vergangenen Jahren zweifelsohne hohe Maßstäbe. Mit in der diesjährigen Auswahl ist beispielsweise „Ayda, Bär und Hase“ von Navid Kermani, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Sein Buch erzählt von Freundschaft, Toleranz und dem friedlichen Miteinander unterschiedlichster Kulturen. Aber auch „bei den Kinderbuch-Verlagen sei der Leseherbst längst eine bekannte Nummer“, versichert Schimke. ( Rückblick: Leseherbst mit Grimme-Preisträger Götz Schubert)

Förderung von Lesekompetenz

Hintergrund des Leseherbstes sind die Förderung von Lesekompetenz und die Beschäftigung mit Literatur auch außerhalb des Unterrichts. Schon der englische Philosoph Francis Bacon (1561–1626) wusste in seinen veröffentlichten Essays, „manche Bücher darf man nur kosten, andere muss man verschlingen und nur wenige kauen und verdauen“. Lesen lernen sei in der Schule immer auch ein Muss, bevor der Spaß beginnen könne, unterstreichen die Verantwortlichen. Der Ostenfelder Leseherbst will Schülern alle zwei Jahre ein Spaßbringer sein – und das auch noch im Unterricht.


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