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Aktion am Gymnasium 600 Iburger Schüler arbeiten für Schule in Guinea


Bad Iburg. 600 Schüler des Gymnasiums Bad Iburg haben am Dienstag für den Neubau einer Schule in Guinea geschuftet. Der zwölfjährige Richard Schröder hat sich auch engagiert, nämlich für die Neue Osnabrücker Zeitung. Es folgt sein Artikel über die ungewöhnliche Aktion.

In der Waschanlage Be Happy Car Wash wurden Autos gewaschen, in der Spedition Hummert auch Busse. Aber nicht nur in Firmen waren die Schüler aktiv. Auch in Arztpraxen, Anwaltskanzleien und Privathaushalten wurde gearbeitet und geholfen. Der Lohn, mindestens fünf Euro pro Stunde, wird gespendet.

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Hoffnung auf 10.000 Euro

Mitglieder des zugehörigen Seminarfachs schrubbten mit Freude Windschutzscheiben. Sie waren überzeugt von Ziel und Gelingen der Aktion. Was genau erlöst wurde, steht noch nicht endgültig fest. Die Lehrerin und Projektkoordinatorin Petra Krösche hoffte im Vorfeld auf 10.000 Euro. Damit wäre der Kauf des Grundstücks gesichert. Es fehlen aber noch 90.000 Euro bis die Schule mit drei Klassenzimmern gebaut werden kann.

Die Schule soll den jungen Guineern Bildung und Aufklärung vermitteln, damit sie sich selbst aus der Armut befreien können, erklärt Krösche. Schon jetzt habe Guinea Schulen, aber viele seien geschlossen worden wegen der Ebola Epidemie. Oft herrschten auch katastrophale hygienische Bedingungen. „Eltern haben dann Angst, dass sich ihre Kinder in den Schulen infizieren und lassen sie zu Hause“, so Krösche.

Vertrauensperson vor Ort

Die Idee zu der Aktion kam Krösche vor einem Jahr bei einem Gespräch mit einem Lehrer aus Guinea. „Er ist jetzt unser Partner vor Ort, dem wir vertrauen können“, so Krösche. Vertrauen sei in Guinea ganz besonders wichtig, denn das Land sei arm und Korruption stark verbreitet. „Wir müssen also sicher sein, dass das Geld, das unsere Schüler erarbeiten und spenden, auch richtig verwendet wird. Unser Mathelehrer vor Ort kann das garantieren.“

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Die Schule soll in Nzerokoré, der Waldregion von Guinea gebaut werden. Dorthin zu kommen ist gar nicht so leicht, weiß Krösche: „Mit einem Linienflug geht es normal von Europa nach Conakry; der Hauptstadt von Guinea. Dann wird es abenteuerlich. Entweder fährt man fast 1.000 Kilometer über schlechte Straßen durch Berg-/Urwaldregionen oder man fliegt zu dem kleinen Flugplatz in der Nähe von Nzerokore mit einem Propellerflugzeug.“ Die komplette Reise dauere zwischen zwei und vier Tagen.