Auf die berufliche Zukunft vorbereitet Bewerbungstraining in der Oberschule Hilter

Von Frederik Theiling

Simuliertes Vorstellungsgespräch: Schüler Mika Block mit Personalreferentin Claire Hatton. Foto: Frederik TheilingSimuliertes Vorstellungsgespräch: Schüler Mika Block mit Personalreferentin Claire Hatton. Foto: Frederik Theiling

Hilter. Die Oberschule in Hilter-Borgloh hat ein Bewerbungstrainer für ihre Schüler der neunten Klasse veranstaltet. Die Weiterbildungsmaßnahme wurde von Personalreferenten der Unternehmen Meyer&Meyer, B&B GmbH und Komm.Akademie betreut. Insgesamt 42 Schüler aus zwei Klassen nahmen Teil.

Die Oberschule Hilter ist in Sachen Berufsvorbereitung sehr engagiert. Im Jahrgang acht findet eine Stärken- und Schwächenanalyse sowie eine Berufsfelderkundung statt. Wenn sie in der neunten Klasse sind, absolvieren die Schüler dann zwei Berufspraktika. „Hier wird außergewöhnlich viel gemacht.“, sagt Eva Hummel-Hofschroer von B&B GmbH. Der krönende Abschluss des Bewerbungstrainings sind die simulierten Bewerbungsgespräche.

In einem der simulierten Gespräche sitzt der Schüler Mika Block der Personalreferentin Claire Hatton gegenüber. Er möchte eine Ausbildung im Bereich Landwirtschaft machen. Den Beruf kennt er von dem Hof zuhause. „Seit seiner Kindheit ist dieser Beruf ein großer Traum,“ sagt Mika. Hatton fragt ihn nach seinen bisherigen Kenntnissen und seinen Stärken sowie Schwächen. Die Antworten kommen etwas zögernd. „Bei den Stärken und Schwächen kannst du deine Antworten ruhig mit mehr Beispielen schmücken“, sagt Hatton. „Die Persönlichkeit ist es, die dazu führt, dass sich Personaler für einen Kandidaten entscheiden.“ Teamfähigkeit sei beispielsweise keine Stärke. Entweder man habe sie, oder man habe sie nicht. „Lasst euch von Freunden oder Familie Antworten zu euren Stärken und Schwächen geben. Die gilt es herauszufinden, denn diese Frage wird euch zu 99,99 Prozent gestellt werden.“

In einem weiteren simulierten Gespräch sitzt Louis Hultsch. Er möchte als Mechatroniker arbeiten. Durch ein Praktikum wurde bei ihm die Begeisterung für diesen Beruf geweckt. Auch in dem Gespräch mit Louis wird klar, dass die Antworten bei Stärken und Schwächen präziser werden müssen. „Jeder liest Bewerbungen anders. Das kommt immer auf die Person und das Unternehmen an“, erläutert Hatton zum Abschluss des Trainings. „Alles was euch außergewöhnlich macht, sollte dabei sein.“

„Das Bewerbungstraining mit den Leuten, die von Außen kommen, ist ein enormer Vorteil“, sagt Sebastian Gottlöber der Fachleiter Wirtschaft der Oberschule Hilter. „Es ist echt und es wird ernst genommen. Die Schüler merken: Jetzt wird es ernst.“ Bei dem Bewerbungstraining handelt es sich um ein Modul der Koordinierungsstelle des Kultusministeriums. Die Schulen bewerben sich und bekommen Zuschüsse. Das Bewerbungstraining ist hierbei recht umfassend. Es findet eine Stärkenanalyse, ein Interessentest und ein Einstellungstest mit sechs Komponenten wie Mathe und Denkvermögen statt. In einer Nachbereitung bekommen die Schüler dann ihr Feedback.

Nicht nur die Schüler profitieren von diesen Trainings, sondern auch die Unternehmen. „Wir versprechen uns davon, dass wir als Unternehmen mehr wahrgenommen werden“, sagt Claire Hatton, Personalreferentin bei Meyer&Meyer. „Dass die Region rund um Osnabrück eine starke Logistik-Region ist, ist den Schülern nicht unbedingt bekannt.“ Ähnlich sieht das auch Marina Mosina von Komm.Akademie. Die Komm.Akademie bildet im Bereich Medien und Events aus. „Diese Berufe werden häufig mit Großstädten verbunden. Wir wollen sie den Schülern bekannter machen.“ Wichtig sei, dass die Schüler in die Branche passen. „Es gibt nur wenige Unternehmen die diese Berufe anbieten. Wenn man den Beruf erlernen möchte, sind wir die erste Adresse“, sagt Mosina.

Für die Zukunft hat die Oberschule noch mehr Berufsorientierung geplant. „Wir wollen noch mehr Möglichkeiten für Praktika schaffen“, sagt Gottlöber. Geplant ist zum Beispiel, dass die Schüler in weiterführende Schulen gehen, oder ein drittes Praktikum machen oder, wenn sie schon einen Ausbildungsplatz haben, ihren Arbeitgeber unterstützen können. Die Schüler sollen so selbst entscheiden, ob sie weiter Schule oder ein weitergehendes Praktikum machen wollen. „Ziel ist es, dass die Schüler Ende der neunten Klasse das Rüstzeug haben bei Unternehmen einen guten Eindruck zu unterlassen“, sagt Gottlöber. „Das haben Sie. Die Maßnahmen haben gefruchtet“, sagt Hummel-Hofschroer.