Jazz-Trio gastiert im Casablanca Das Buddy Burg Trio spielte in Bad Iburg


Bad Iburg. Für nur ein Konzert taten sich drei Musiklehrer der Iburger Musikschule Janowitz zum „Buddy Burg Trio“ zusammen. Dem Publikum gefiel deren entspannt, lässiger und manchmal auch leicht rockiger Jazz-Sound.

Im wahrsten Sinne „einzigartig“ war das Konzert des Buddy Burg Trios jetzt in der Kultkneipe Casablanca. Das Trio bestand an diesem Abend aus Uli Janowitz (Schlagzeug/Bass), Mirko Gibson (Klavier) und David Wiesner (Gitrarre), die als Musiklehrer Kollegen sind. „Wir sind keine feste Band, das hier ist eine „One time only performance“, erklärte Janowitz. Das Trio sei in dieser Besetzung nur für dieses eine Konzert im Casablanca zusammen gekommen. „Das habe ich mir gewünscht, weil Mirko bei uns seit zwei Jahren unterrichtet und jetzt nach Hamburg geht“, erklärte Janowitz, bevor er Gibsons „absolutes Gehör“ lobte und dessen Weggang bedauerte.

Klassiker mal anders

Zu hören gab es im Casablanca unter anderem Stücke von George Gershwin und eine Reihe anderer Jazzklassiker. Da die drei Musiker viel improvisierten, musste so mancher Zuhörer ganz genau hinhören, um beispielsweise „Tea for two“ zu erkennen. Diesen Jazzstandard interpretierten die drei ganz entspannt, beschwingt und lässig. Die später folgende Version von „Fly me to the moon“ von Bart Howard hatte ebenfalls wenig mit der sehr bekannten Frank-Sinatra-Interpretation aus den 60er Jahren zu tun. Mit seiner Ansage „Das ist jetzt ein echter Teenie-Song“, gab Janowitz die Richtung vor, während Gibson mit einem Augenzwinkern hinzufügte: „Für die ganz jungen Leute.“ Es folgte eine etwas schnellere und leicht rockige Version des Klassikers. Janowitz erklärte im Gespräch mit der Neuen OZ: „Das war unsere Schülerband-Rockversion, die klingt auch ein bisschen nach Flower Power Rock.“ Er habe sich mit Wiesner überlegt, der „Schulbandrock“ mache das Stück noch „ein bisschen beschwingter“. Neben den zumeist entspannten bis verspielten Improvisationen des Trios war die Loopstation wesentlicher Bestandteil des besonderen Sounds der Musiker. Denn dadurch klang das Trio wie eine fünfköpfige Band.

Dem Publikum gefällt es

Der jüngste Zuschauer des Abends war Luis, der Achtjährige war gekommen, um seinen Schlagzeuglehrer zu hören. Etwas schüchtern lautete sein Fazit: „Mir gefällt es gut.“ „Supergut – total interessante Interpretationen“, urteilte hingegen Senait Kattlun, der außerdem gefiel: „Es ist super ungezwungen.“ Johann Heringhaus wiederum stellte fest, im Casablanca sei es „generell immer schön“, vor allem gebe es dort regelmäßig live Musik. „Und ich finde es cool, dass das hier lokale Künstler sind“, so Heringhaus, der dies zunächst nicht gewusst hatte. Christian Schönherr, der Janowitz schon vorher kannte, lobte als Jazzfan vor allem die Improvisationen des Trios. „Das ist Jazz mit einem leichten Touch Rock, und jedes Instrument steht mal im Vordergrund“, erklärte Schönherr. Und Martina Kapp zeigte sich vor allem Gibsons Fingerfertigkeit beeindruckt. Ihr Mann Ralf ergänzte: „Aber der Gitarrist ist auch gut – sie sind alle gut.“

Lässige Improvisationen

Im zweiten Teil ihres Konzertes starteten die drei Musiker mit einer „richtig freejazz-mäßigen Improvisation“, wie Janowitz ankündigte. Danach folgten unter anderem Joe Zawinul Soul-Jazz-Nummer „Mercy, mercy, mercy“ und die Musical-Ballade „My Funny Valintine“. Besonders gut kam die Jazzversion von „Lovesong“ an. Das Stück von The Cure erlangte durch die Coverversion von Adele vor einigen Jahren neue Bekanntheit. Für die Interpretation des „Buddy Burg Trio“ gab es vom Publikum nicht nur Applaus, sondern auch Bravo-Rufe und begeisterte Pfiffe. „Das ist hier heute so eine entspannte Atmosphäre, ganz anders als sonst – passend zur Musik“, erklärte Nicola Hotfilter vom Casablanca, die von den Musikern ebenso angetan war wir ihre Gäste. Die Musiker beendeten das Konzert mit einer Zugabe, die Janowitz mit den Worten einleitete: „Dann werden wir gnadenlos noch ein bisschen experimenteller.“ Mehr aus Bad Iburg im Netz

Abschied von Bad Iburg

„Das war auf jeden Fall ein schöner Abschluss. Wir kennen uns ja sonst eher als Kollegen aus dem Unterricht und spielen selbst eher selten zusammen“, so Gibson anschließend. Er wird ab Juli in Hamburg als Musiklehrer arbeiten und weiterhin mit seiner Band „Cubolumos“ auftreten. Ein Konzert des Quartetts findet am Samstag, 24. September, in der Umweltorientierten Musikschule in Osnabrück statt.


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