Genuss in historischen Mauern Große Resonanz: Eröffnung des Hauses Kroneck-Salis


Bad Iburg. Ein kostbares Stück Iburger Architekturgeschichte ist nun für die Öffentlichkeit zugänglich: Das Haus Kroneck-Salis – einst Rentmeisterei des Schlosses – öffnete nach umfangreicher Restaurierung als Café-Restaurant seine Pforten.

Ein nicht endender Strom an Besuchern folgte der Einladung zur Einweihungsfeier. Denn mit der Restaurierung ihres Elternhauses hob Ulrike Kroneck ein Gebäude aus dem Dornröschenschlaf, dem sich viele Iburger verbunden fühlen. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1690 zurück. Anfang des 20. Jahrhunderts baute der Iburger Jurist Kuttenkeuler das Haus um. Es erhielt unter anderem ein stilvolles Treppenhaus mit bleiverglasten Fenstern, deren Motiv der Justitia am Freitag den Blick jedes Besuchers anzog.

Altes bewahren und Neues ermöglichen

Im Jahre 1921 erwarben Rechtsanwalt und Notar Dr. Rudolf Salis und seine Frau Cilli Salis das Gebäude. Das Ehepaar Salis zählte zu den Honoratioren der Stadt. „Diesem Umstand ist es vielleicht zu danken, dass unsere Großmutter, nach faschistischer Rassegesetzgebung ,Halbjüdin‘, die Zeit des Nationalsozialismus überlebte“, mutmaßt Ulrike Kroneck. Ihre Mutter übernahm mit ihrem Mann und ihrem Bruder Peter Salis 1963 das Haus, das sie technisch renovierte, ohne substanzielle Eingriffe vorzunehmen.

Historie bewahren, behutsam aufarbeiten und zugleich eine neue Nutzung ermöglichen: Unter dieser Maßgabe erfolgte auch die aktuelle Restaurierung. „Dies war immer ein offenes Haus. Hier herrschte ein freier Geist“, erinnerte Ulrike Kroneck insbesondere an die 70er und 80er Jahre, in denen das Haus Kroneck-Salis als Treffpunkt politisch und künstlerisch Interessierter galt. Als Café-Restaurant öffnet es sich nun für Gäste, die den Genuss in einem außergewöhnlichen Ambiente schätzen.

Regionaler und saisonaler Genuss

Das Team um Koch Kevin Gribat verwöhnt sie mit einem täglich wechselnden, saisonal abgestimmten Mittagsmenü, Obst- und Blechkuchen zur Kaffeezeit sowie kleinen Köstlichkeiten am Abend. Dazu serviert Serviceleiterin Susanne Westrich als Kennerin deutscher Weine auf Wunsch einen edlen Tropfen. Überwiegend Produkte aus der unmittelbaren Region werden in der Küche verarbeitet. Mehr aus Bad Iburg im Netz

Und aus der Region kommen auch die Handwerksbetriebe, die mit Fachkompetenz und Verständnis für die historische Bausubstanz zu Werke gingen. Sie arbeiteten mit großem Aufwand die alten Fenster, die Böden und die Kassettendecke auf, erneuerten vorsichtig sämtliche Leitungen und frischten das alte Fries im Treppenhaus auf.

Einhelliger Kommentar: „Unglaublich schön“

Die behutsame Aufarbeitung von Substanz und Mobiliar verwandelten die ehemaligen Wohnräume in anheimelnde Gasträume, die bei aller dezenten Modernisierung noch immer geschichtsträchtige Wohnlichkeit atmen. Gleich neben dem Haupteingang entstand eine gemütliche Espressobar, deren Blickfang die Bar mit uriger Eichenplatte von Designer Jan Hülsemann ist. Für die Gäste geöffnet ist nun auch der parkähnliche Garten mit seinen alten Obstbäumen und Rosenstöcken.

„Unglaublich schön“, war der einhellige Kommentar der Gäste, die zur Eröffnung des Hauses Räume und Garten in Augenschein nahmen. Auch Bürgermeisterin Annette Niermann zeigte sich begeistert vom Ergebnis der langen Restaurierungsphase: Sie dankte ausdrücklich für den verantwortungsvollen Umgang mit einem Stück Geschichte und für den Mut, sie zu erhalten.

Das Café-Restaurant Kroneck-Salis ist sonntags bis dienstags von 11.30 bis 18 Uhr sowie donnerstags bis samstags von 11.30 bis 22 Uhr geöffnet.


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