Muskelkraft und Wurfgeschick Schottisches Wetter bei den Highland Games in Bad Iburg

Von Rolf Habben

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Bad Iburg. Kilts, Baumstämme, Felsbrocken, Strohballen, Streitäxte und Fässer, untermalt von den Klängen des Dudelsacks, bestimmten am Wochenende die Kampfstätte der 6. Highland Games unmittelbar am Freibad in Bad Iburg.

Selbst das Wetter zeigte sich zu Beginn der traditionellen schottischen Spiele mit wolkenverhangenem Himmel und teils heftigen Regenschauern ganz und gar schottisch, ehe sich am Nachmittag mehr und mehr die Sonne durchsetzen konnte. Bereits seit 2011 ist der „Lions-Club Osnabrück-Friedensreiter“ Ausrichter der „Highland Games“. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt, wie in den vergangenen Jahren auch, der Initiative „Kijuba“ der Osnabrücker Krebsstiftung zugute.

Das Areal präsentierte sich wegen der vorausgegangenen Regenfälle als zusätzliches Erschwernis äußerst rutschig und schlammig. Das tat den spektakulären Auseinandersetzungen an teils abenteuerlich Spielgeräten jedoch kaum einen Abbruch. Wenn auch der Spaß im Vordergrund stand, waren aber durchaus auch Kraft, Technik, Präzision und Geschick bei den in diesen Breiten ungewöhnlichen und fremdartig anmutenden Wettkämpfen unterhalb der Highlands des Teutoburger Waldes gefragt.

Insgesamt 27 Teams, oder besser Clans, mit jeweils sechs Athleten gingen an den Start, teils mit furchterregend klingenden martialischen Namen und ebensolchem Outfit. Da stritten die „Twinhead Warriors“ mit den „Teutonen“ und „Gladiators“ oder die „Hotten Schotten Ladies“ mit den „Drachentötern“. Zu absolvieren waren auf dem weitläufigen Parcours 10 Einzeldisziplinen, die den ganzen Mann bzw. die ganze Frau forderten, denn auch das vermeintlich schwache Geschlecht war mit 8 Teams und viel Power vertreten.

Ein Fass rollen

Da war der „Timberwalk“ (Baumstammlauf) zu bewältigen, bei dem ein Baumstamm mit Schlaufen und einer Länge von zwei Metern eine Minute lang im Kreis um zwei Markierungen gezogen werden musste. Typisch schottisch auch der „Barrel-Run“ (Fassrollen), wo ein Fass um einen vorgegebenen Kreisparcours gerollt wird. Das Sportgerät ist allerdings zur Freude oder auch zum Leidwesen der Kämpfer ungefüllt und um den berühmten schottischen Whisky erleichtert.

Beim „Stone of manhood“ waren zwischen 40 und 80 Kilo schwere Steine fünf Meter weit zu tragen und auf einen 1,50 Meter hohen Baumstamm zu hieven. Auch das Streitaxtwerfen stand auf dem Programm, schließlich versuchten die Schotten einst, durch Wettkämpfe in den Highlands die schnellsten und tapfersten unter ihnen zu bestimmen.

Tauziehen als Highlight

Das unbestrittene Highlight des Geschehens war zweifellos das „Tug o’war“ (Tauziehen), mit jeweils fünf Kämpfern auf jeder Seite. Beim Kommando „Go!“ zogen zwar alle an einem Strang oder besser ein einem dicken Tau, jedoch logischerweise in entgegengesetzte Richtungen.

Zwischendurch sorgten die „Pipes & Drums of the Royal British Legion“ musikalisch für stimmungsvolles original schottisches Kolorit. Gesamtsieger nach Beendigung aller Disziplinen wurde bei den Damen das Team „Girls of CFOS“ (CrossFit Osnabrück) und das bereits zum dritten Mal in Folge, vor den „Lifestyle Maller Bunnys“ und den „Mac Püppy Warriors“. Bei den Herren konnten sich die „Teutonen“, die zum ersten Mal dabei waren, vor den Teams „Lifestyle Maller Herren“ und den „Twinhead Warriors“ erfolgreich durchsetzen.

Fußballinfos und Spendenübergabe

Außerhalb der Highland Games stand Trainer Joe Enochs Rede und Antwort über seinen VfL und deren abgelaufene Saison. Außerdem konnte John Mc Gurk für seine Organisation S4acw (Sportlers for a childrens world) eine Spende über 15.692,50 Euro übergeben werden. Hintergrund sei eine Initiative des Lions Clubs, insbesondere von Mary Wollitz, die im Rahmen des Spendenmarathons mit dem Lauf nach Glasgow einige Kilometer mit Fahrrad zurückgelegt hat, wie Oliver Kampmeyer vom Lions Club Friedensreiter Osnabrück als Ausrichter erläutert.

Die Iburger Highland Games haben sich längst zu einem unterhaltsamen Volksfest für die ganze Familie mit Kinderunterhaltung und Tombola entwickelt. Das konnte auch Bürgermeisterin Annette Niermann im Interview bestätigen. Ein landestypisches Getränke- und Speisenangebot vermittelte zusätzlich entsprechendes Flair. Überraschend gab auch das Gesangstalent Chiara Hesse, bekannt aus der TV Sendung „The Voice Kids“, am späten Nachmittag eine Kostprobe ihres Könnens. Sparsam schottisch gestaltete sich auch der Eintritt zu der Veranstaltung, der war nämlich kostenfrei.

Oliver Kampmeyer und Daniel Höcherl vom Lions Club zeigten sich rundum zufrieden mit dem Ergebnis der Spiele und hoben besonders die hervorragende Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Kurortes hervor, ohne deren Unterstützung eine solch aufwändige Veranstaltung nicht durchführbar sei.


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