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Fußball und Physik „Physikanten“ experimentieren im Gymnasium Bad Iburg

Von Danica Pieper


Bad Iburg. Passend zu bevorstehenden EM hatte das Gymnasium Bad Iburg jetzt „Die Physikanten“ zu Gast. Die Wissenschaftskomiker erklärten den Zuschauern anhand humorvoller Experimente, welche physikalischen Phänomene hinter Flatterbällen oder Bananenflanken stecken.

Eine Show, die Physik und Fußball miteinander vereint? Für Prof. Dr. Otto Liebermann (Engelbert Kobelun) ist dies nur logisch. Aber nicht „weil es Spaß macht“, wie Herr Rainer (Rainer Grünebaum) vermutet, sondern weil die Lage ernst ist: „Wir sind seit 20 Jahren nicht mehr Europameister geworden!“, lässt Liebermann seinen holländischen Assistenten wissen.

Die beiden „Physikanten“ sind mit ihrer Show „Euro 2016 – Europameister durch Wissenschaft“ in das Gymnasium Bad Iburg gekommen, um den etwa 130 Zuschauern zu erklären, wie die deutsche Nationalmannschaft mit etwas physikalischem Hintergrundwissen in diesem Jahr den Titel holen kann. Die Voraussetzungen sind günstig: Die Zahl der Zuschauer, für die Fußball die „geilste Sportart“ ist, und die, für die Physik die „geilste Wissenschaft“ ist, hält sich in etwa die Waage.

Luftwirbel

„Die Physikanten“ hatten eine Reihe von Experimenten vorbereitet, anhand derer sie verschiedene „Gefahren“, die auf die deutschen Fußballer lauern, erläuterten. Eine davon war der Flatterball. Ursache für dessen instabile Flugbahn sind Luftwirbel. Diese kann man sich an anderer Stelle aber zunutze machen, so Liebermann. Er hielt die Öffnung einer leeren PET-Flasche vor eine Kerze und löschte die Flamme, indem er auf den Flaschenrücken klopfte und so Luftwirbel erzeugte.

Bei den Bananenflanken ist es der Magnus-Effekt, der für eine gekrümmte Flugbahn sorgt. Dass dies nicht nur bei Fußbällen funktioniert, zeigte Herr Rainer anhand zweier Schaumstoffröhren, die er aneinandergedrückt ins Publikum warf, die aber in entgegengesetzten Richtungen auseinander flogen.

Stimme verändern mit Gas

Aber nicht alle „Gefahren“ hatten unmittelbar etwas mit Fußball zu tun. So nutzte Herr Rainer Uli Steins Bezeichnung der Nationalmannschaft als „Gurkentruppe“ dazu zu demonstrieren, wie eine eingelegte Gurke leuchtet, wenn man Strom durch sie hindurch leitet. Das beste Experiment hoben sich die „Physikanten“ für den Schluss auf: Sie demonstrierten, wie Fans durch Gas die Tonlage ihrer Stimme verändern und so den Gegner durch Gesänge erschrecken können. Während Liebermanns Stimme durch Helium eine cartoonhafte Höhe bekam, wurde Rainers Stimme durch Schwefelhexaflorid deutlich tiefer.

Grund dafür: Im leichten Helium breiten sich Schallwellen schneller aus, wodurch der Ton höher wird, während Schallwellen sich im schweren Schwefelhexaflorid langsamer bewegen. Seifenblasen zeigten die Gewichtsunterschiede: Während sie mit Helium gefüllt nach oben stiegen, sanken sie mit Schwefelhexaflorid im Inneren nach unten. „Und mit diesem Wissen entlassen wir sie jetzt in die EM“, so Liebermann zum Abschied.

Unterhaltsame 90 Minuten

Auch wenn manche Gags nur lauwarme Temperatur hatten und bei einigen Experimenten krampfhaft eine Verbindung zum Fußball hergestellt wurde, handelte es sich bei „Euro 2016“ um unterhaltsame 90 Minuten. „Die Physikanten“ hatten viele interessante Experimente vorbereitet, die Kobelun verständlich erklärte, während Grünebaum als tumber Sidekick für Lacher sorgte. Vor allem zeigten sie aber, dass Physik genauso spannend sein kann wie ein Fußballspiel.