Eine Tasse Tee geht immer Infos über Patenschaft für Flüchtlinge in Bad Iburg

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Bad Iburg. Stühle bis hinaus auf den Flur und selbst die Fensterbänke besetzt: Auf überwältigende Resonanz stieß im Pfarrheim St. Clemens der Informationsabend zu Patenschaften für Flüchtlinge.

21 Asylsuchende leben derzeit – unabhängig von der Jugendherberge als Erstaufnahmeeinrichtung – in Bad Iburg. Weitere 35 Menschen werden bis April, voraussichtlich 40 Flüchtlinge nach April erwartet. Und sie alle finden sich plötzlich in einer für sie weitgehend fremden Welt wieder. Um ihnen den Weg in ihr neues Leben zu erleichtern, suchen der Ökumenische Arbeitskreis Asyl und Hong Khanh Pham, Ehrenamtskoordinatorin der Stadt, Paten, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. ( Weiterlesen: Weniger Asylbewerber als erwartet – Flüchtlingsquote erst zu einem Dritte ausgeschöpft )

Was machen Paten?

Doch was sind überhaupt Paten? „Ein Pate ist jemand, der eine Einzelperson oder eine Familie betreut“, beantwortete Jörg Klingebeil, selbst als Pate im Arbeitskreis Asyl aktiv, die Frage aus dem Plenum. Paten unterstützen nicht nur bei den vor allem in der Anfangszeit unvermeidlichen Behördengängen. Sie motivieren, knüpfen Kontakte zu Sportverein oder Nachbarschaft und helfen auch in ganz alltäglichen Dingen. Und das beginnt unter Umständen schon bei einer Erklärung zum Umgang mit Herd und Backofen.

Denn vieles, was selbstverständlich erscheint, ist Menschen aus völlig anderen Lebensumständen fremd. Das gilt auch für die hierzulande fast allgegenwärtige Hektik: „Pate sein, das geht nicht zwischen Tür und Angel“, machte deshalb Andrea Harms vom Arbeitskreis deutlich. Ein wenig Zeit muss sein – zumindest für eine Tasse Tee und ein Gespräch, selbst wenn dieses mit Händen und Füßen geführt wird. ( Weiterlesen: Ankommen nach langer Flucht – Kolpingsfamilie informiert über Flüchtlinge in Bad Iburg )

Ein Rat: Es sollte Grenzen für den persönlichen Einsatz geben

„Diese Menschen haben durch Krieg und Flucht viel Belastendes erlebt“, erinnerte Jörg Klingebeil. Umso wertvoller ist für sie die Erfahrung, dass jemand einfach da ist. Dabei liegt es bei jedem einzelnen Paten, wie viel Zeit er in dieses ehrenamtliche Engagement investieren kann und will. Für sich selbst Grenzen zu ziehen, ist nach den Erfahrungen der bereits aktiven Paten wichtig. Sie einzuhalten wird erleichtert, wenn zwei Paten gemeinsam für eine Familie oder Einzelperson zuständig sind.

Unterstützung gibt es jedoch auch von anderer Stelle: Dazu zählt etwa das Migrationszentrum im Kreishaus, das bei allen fachlichen Fragen ansprechbar ist. Der Caritasverband berät Paten und Flüchtlinge gleichermaßen und ist mit einer Sprechstunde künftig auch direkt in Bad Iburg vertreten. Und auch der Arbeitskreis Asyl baut sein Netzwerk der Flüchtlingsarbeit immer weiter aus. Dabei soll künftig ein intensiver Austausch untereinander gewährleistet sein.

Wohnraum weiter gesucht

Die Unterstützung durch Paten ist jedoch nur ein Bereich, in dem Hilfe benötigt wird. Denn schon jetzt steht fest: Die angekündigten Flüchtlinge stehen demnächst in Bad Iburg. Und noch wird für sie dringend Wohnraum gesucht. Wie Diakon Thomas Puke vom Arbeitskreis berichtete, tritt die Stadt dabei künftig selbst als Mieter auf. Der Arbeitskreis hofft gemeinsam mit der Stadt, dass diese Tatsache die Suche nach Wohnraum erleichtert. ( Weiterlesen: Flüchtlingsfamilie zieht in Bad Iburger Pfarrheim )

Wer sich als Pate in Bad Iburg engagieren möchte, der kann sich an die Ehrenamtskoordinatorin Hong Khanh Pham, Telefon 05403/40414, wenden. ( Weitere Berichte, Hintergründe und Analysen zum Thema Flüchtlinge finden Sie auf unserem Themenportal )


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