Rockmusik wie im Western Drei Bands bei Rocknight im Bad Iburger Casablanca

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Melancholisch, schwermütig, melodisch – so klingen „The Watercolors“. Foto: Luka Kleine HeitmeyerMelancholisch, schwermütig, melodisch – so klingen „The Watercolors“. Foto: Luka Kleine Heitmeyer

khl Bad Iburg. Kaum war die besinnliche Weihnachtszeit vorbei, wurde es im Casablanca schon wieder laut. Bei der siebten Auflage der „Rocknight“ gab es in der Bad Iburger Kultkneipe jetzt emotionale Gitarrenklänge und feurige Stimmung. Gleich drei Rockbands sorgten mit ihren Auftritten für einen gelungenen Abschluss des Veranstaltungsjahres im Casablanca.

„Ganz schön heiß habt ihr es hier in Bad Iburg“, ruft Frontmann Ralf Neite der Menge zu, ehe er stürmisch seinen Pullover auszieht. Seine Band „The Watercolors“ ist allerdings nicht ganz unverantwortlich für Hitze und beschlagene Fenster im gut gefüllten Casablanca. Mit ihrem eindringlichen Sound – eine Mischung aus Indie-Rock und kraftvoller Countrymusik – bringen die vier Jungs aus Hannover das Publikum schnell auf Betriebstemperatur. Melancholisch, schwermütig, melodisch – so klingen „The Watercolors“. Wie hoffnungsfrohe Goldschürfer aus dem Wilden Westen, denen jegliches Glück versagt bleibt und die trotzdem nicht ihren Mut verlieren. Dennoch tanzen die Gäste im Casablanca ausgelassen zu „The Watercolors“, denn trotz aller Melancholie strahlen die Hannoveraner vor allem Freude an der Musik aus.

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Auch „Peter’s Hill“, eine dreiköpfige Folkrock-Band aus Halle an der Saale, setzen bei ihrem Auftritt auf Pathos. Ihre harten Gitarrenklänge sind emotional und mitreißend, die Texte voller Sehnsucht. Mit ihrem unverwechselbaren Sound könnten „Peter’s Hill“ auch den Soundtrack für den nächsten Western von Quentin Tarantino einspielen, so eigenwillig und zugleich energetisch ist ihre Musik. Sänger Ralf Hatoum – der Vorname Ralf scheint bei Eltern von Rockmusikern sehr beliebt zu sein – zieht das Publikum mit seiner durchdringenden, sehnsuchtsvollen Stimme in den Bann und sorgt für den einen oder anderen Gänsehautmoment.

„Die Gewinner des heutigen Abends“ (DGDHA) komplettieren die „Rocknight“. Die Osnabrücker Indie-Band geht es etwas ruhiger an, scheut sich aber ebenfalls nicht vor dröhnenden Gitarrenriffs. Im Gegensatz zu den anderen Gruppen singen DGDHA ihre Songs auf Deutsch und treffen damit die Herzen der Gäste im Casablanca noch unmittelbarer. Mit ehrlichen Texten und ihrem selbsternannten „Gewinner-Style“ beweisen die Osnabrücker Selbstironie, obwohl ihre unkonventionelle Art Musik zu machen durchaus stilbildend ist. DGDHA sind zum wiederholten Mal bei der „Casablanca Rocknight“ dabei und gehören damit zu den Dauerbrennern in der Bad Iburger Kultkneipe.

Dort kehrt jetzt nach einem spannenden Veranstaltungsjahr kurz Neujahrsruhe ein. Der Konzertabend war das letzte Event des Jahres im Casablanca, das sich mit seinem vielfältigen Musikangebot mittlerweile als feste Größe im Osnabrücker Land in Sachen Livemusik etabliert hat.


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