Lesen als Schlüsselkompetenz Bad Iburger Kinderliteraturpreis verliehen

Von Rolf Habben


Bad Iburg. Der mit jeweils 1000 Euro dotierte Bad Iburger Kinderliteraturpreis 2015 geht an Markus Orths und Ina Hattenhauer als Illustratorin mit „Billy Backe aus Walle Wacke“ sowie Kerstin Landwehr und Andrea Tändler als Ilustratorin für das Buch „Die Struppse – Gefahr im Sausewald“.

Lesen als Kulturtechnik sei die Schlüsselkompetenz zur gesellschaftlichen Teilhabe, unterstrich die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, in ihrem Grußwort anlässlich der Verleihung des Preises im Rittersaal des Schlosses in Bad Iburg.

Buch als Kulturgut

Die Kultusministerin betonte in ihren weiteren Ausführungen den Stellenwert des Buches „als das wichtigste Kulturgut unserer Welt, gerade auch im schnelllebigen Zeitalter allgegenwärtiger Digitalisierung“. Bücher müssten allerdings nicht allein Lesekompetenz vermitteln, sondern müsse auch Spaß machen. Sprache sei noch immer die wichtigste Grundausstattung in den ersten zehn Lebensjahren.

7,5 Millionen Analphabeten in Deutschland

In Deutschland gebe es bis zu 7,5 Millionen funktionale Analphabeten. Das Lese- und Schreibdefizit bleibe jedoch häufig unentdeckt, weil die Betroffenen eigene Ausweichstrategien entwickelten. Insofern sei der Ostenfelder Leseherbst mit dieser Veranstaltung „ein wunderbares Beispiel, wie man einen solchen Preis aufstellt.“ Es sei „toll, die Jury aus Lehrern, Eltern und vor allem aus Kindern zusammenzusetzen, denn Kinder könnten am besten entscheiden, was lesenswert sei“, so Heinen-Kljajić.

Würdiges Drumherum

Einen würdigeren Saal für die Verleihung des Bad Iburger Kinderliteraturpreises „Schlossgeschichten“ ließe sich kaum finden, war sich zuvor Bürgermeisterin Annette Niermann in ihrer Begrüßung mit Blick auf die regionale wie weltgeschichtliche Bedeutung der Iburg und des Schlosses sicher. Veit Schimke als Rektor der Grundschule Ostenfelde erläuterte die Regularien der Preisfindung. Aus einer vom Team des Leseherbstes ausgewählten „short list“ von sechs Büchern haben „die Kinder als absolute Profis die Preisträger ausgewählt, was für die Autoren ja eine ganz besondere Auszeichnung darstellt“, so Schimke.

Bühnenspiel im Rittersaal

Den Hauptteil der Feierstunde gestalteten die Schulkinder natürlich selbst. In ihrem Bühnenspiel mit selbstgestalteten Figuren, Modellen und Kulisse brachten sie die Geschichten der Bücher in Zeichnungen und Gemälden kurzweilig und mit viel Spaß dem Publikum im vollbesetzten Rittersaal näher. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Bläser-Ensemble des Gymnasiums Bad Iburg.


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