Vorstand über Socken und Hosen Laga 2018 in Bad Iburg: Förderverein will Stadt helfen



Bad Iburg. Das Problem ist klar: „Einige Bad Iburger Ratsmitglieder haben Angst, dass die Landesgartenschau 2018 in die Hose gehen“ könnte, sagt Matthias Partetzke. Mit Zahlen und Worten will der neue Vorstand des Laga-Fördervereins diese Bedenken ausräumen. Damit Bad Iburg „endlich in die Socken kommt“.

Nachdem der erste Vorstand des Vereins vor zwei Monaten geschlossen zurückgetreten war , haben sich andere engagierte Bad Iburger zusammengefunden, die die Landesgartenschau an den Teuto holen möchten, „obwohl das ja gar nicht unsere eigentliche Aufgabe ist“. Denn eigentlich soll der Verein, wie es sein Name sagt, die Arbeit für die Laga unterstützen und begleiten.

Nun ist es anders gekommen: Die Landesgartenschau steht immer noch auf der Kippe – gelegentlich knapp vor der Müllkippe . Der Rat hat in den letzten Monaten keine endgültige Entscheidung pro oder kontra treffen mögen. Nun soll es ein Bürgerentscheid richten, der über ein Bürgerbegehren mit 900 Unterschriften erreicht werden kann. Bei der Sammlung der Signaturen will auch der Förderverein helfen .

Wir brauchen die Laga

Aber auch das Bürgerbegehren kostet Geld, obwohl es gar nicht nötig wäre, wenn einige Ratsmitglieder, die die Laga ablehnen, einsehen würden, dass wir uns die Schau leisten können. Vor allem aber, dass wir sie brauchen“, erklärt Wolfgang Möller, der neue Schatzmeister. Er war bereits Gründungsmitglied des Vereins, der heute über 400 Mitglieder hat – „aus Überzeugung“, bekräftigt er.

Aber weil Worte allein nicht fruchten, möchte der Verein auch mit Zahlen überzeugen. Er will die Stadt dabei unterstützen, zu konkreten Beträgen über Kosten und Investitionen zu kommen. Denn wenn das Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid führt und dieser positiv ausfällt, müsse die Stadtverwaltung schnell reagieren.

Viel zu wenig junge Gäste

Das Projekt sei ideal für die Stadt Bad Iburg, der gerade die Perspektive fehle. „Wir haben viel zu wenig Besucher, vor allem jüngere.“ Möller setzt jetzt auf gute Ideen und die Motivation der Bad Iburger. „Mit dem Bürgerbegehren läuft uns die Zeit davon. Ich hoffe auf ein Wachrütteln der Skeptiker.“

„Wir müssen sowieso etwas für unseren Ort tun“, sagt Rainer Klewin, der Mann im Vorstand „für Sonderaufgaben“. Dazu gehöre auch die Renaturierung der Tegelwiese. Verzichtet man auf die Landesgartenschau, verzichte man auch auf mehrere Millionen Euro Fördergelder.

Zukunft des Hallenbades wackelt

Dabei habe Bad Iburg eine hervorragende Basis, könnte Themen wie Gesundheit, Umwelt und Kultur ausbauen und in Umsatz und Image verwandeln. Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg sei die Stadt schon gegangen, mit der Beauftragung einer Beratungsfirma mit der Entwicklung eines Stadtprofils.

Fundamentale Sorge der Gegner seien die Kosten, ergänzt Partetzke. Das habe auch ein Gespräch mit allen Ratsfraktionen vor drei Wochen ergeben. „Was passiert, wenn die Laga in die Hose geht?“ Die Machbarkeitsstudie habe aber gezeigt: Es geht. Und: Ohne geht es nicht. „Bad Iburg braucht einen Neustart“, ist der Vorsitzende überzeugt. Im Moment sei Bad Iburg auf dem Rückzug: „Wir denken sogar über die Schließung unseres letzten Hallenbades nach.“

Die Laga sorgt für Einnahmen

„Wir können uns die Laga leisten“, glaubt auch Schriftführerin Ellen Brinkhege. Auch deshalb, weil sie langfristig für Einnahmen sorgen werde.

All das seien Gründe, bald eine Entscheidung zu treffen. Das Bürgerbegehren koste nur Geld und Zeit. Noch sei der Zug in die Zukunft nicht abgefahren, appelliert der Verein an die Bad Iburger. „Wir müssen jetzt in die Socken kommen.“

Eine Runde Socken will der Förderverein deshalb auch in den Ortsteilen Glane, Ostenfelde und Sentrup und in den Bad Iburger Vereinen verteilen. „Wir möchten sie einbinden in dieses tolle Projekt“, sagt Partetzke.


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