Metaller legen Arbeit nieder Warnstreik bei der Firma Vornbäumen in Bad Iburg

Von Danica Pieper

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Bad Iburg/Georgsmarienhütte. Der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie geht in die nächste Runde: Nachdem eine Einigung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft fehlgeschlagen war, rief die IG Metall in dieser Woche bundesweit zu Warnstreiks auf. Auch in Bad Iburg und Georgsmarienhütte legten rund 100 Arbeiter der Firmen Vornbäumen-Stahlseile und Paal für gut 30 Minuten ihre Arbeit nieder.

Selbst der Schneefall konnte die Stimmung der Anwesenden nicht trüben. Gespannt lauschten sie die Ausführungen von Osnabrücks IG-Metall-Chef Peter Spiekermann, der zu der Kundgebung vor den Toren des Stahlseilen-Herstellers Vornbäumen in Bad Iburg aufgerufen hatte. Grund für den Warnstreik ist das Angebot der Arbeitgeber, die Löhne in der Metall- und Elektroindustrie um 2,2 Prozent zu erhöhen – für die IG Metall nicht akzeptabel: „Das ist völlig unangemessen“, erklärte Spiekermann. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von mindestens 5,5 Prozent sowie eine neue tarifliche Bildungsteilzeit und bessere Regelungen bei der Altersteilzeit. Angesichts einer Umsatzrendite von 3,6 Prozent in der Metall- und Elektroindustrie sei dies „nicht realitätsfern“, erklärte Spiekermann unter dem Applaus der Streikenden.

Der Warnstreik war in erster Linie ein Signal an Vornbäumen-Geschäftsführer Carsten Stefanowski, der auch Verhandlungsführer der Arbeitgeber aus der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ist. „Wir müssen für eine Lohnerhöhung kämpfen. Die Kollegen brauchen das Geld und sie sind es wert“, erklärte Ansgar Schäperklaus vom Betriebsrat der Vornbäumen-Stahlseile. Unterstützung erhielten die Iburger von etwa 40 Arbeitern des Ballenpressen-Herstellers Paal in Georgsmarienhütte. Henry Roolf vom Betriebsrat erhofft sich von den Warnstreiks eine verbesserte Verhandlungsposition: „Damit wir etwas mehr für uns herausholen können.“

Zwar nahmen nicht alle Arbeiter der beiden Firmen an dem Warnstreik teil, für Spiekermann war die Veranstaltung trotzdem ein Erfolg: „So viele Kollegen, damit haben wir gar nicht gerechnet“, meinte der Gewerkschaftsführer. Arbeiter aus der Spätschicht seien extra früher gekommen, um an der Kundgebung teilzunehmen. „Das ist ein riesiges Ergebnis“, so Spiekermann.

In insgesamt 14 Betrieben in Stadt und Landkreis Osnabrück beteiligen sich Arbeiter an den Warnstreiks. Sollte es auch bei der nächsten Verhandlungsrunde am 17. Februar keine Einigung geben, will die IG Metall zu unbefristeten Streiks aufrufen.

Erste Warnstreiks hatte es in der Nacht bereits in Bremen und Bramsche gegeben.


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