Jubiläum als Kirchenmusikerin Seit 25 Jahren Organistin in Glaner Gemeinde

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Seit einem Vierteljahrhundert spielt Sonja Mentrup als Organistin in der St. Jakobus-Kirche in Glane. Foto: Hermann PentermannSeit einem Vierteljahrhundert spielt Sonja Mentrup als Organistin in der St. Jakobus-Kirche in Glane. Foto: Hermann Pentermann

Glandorf. „Orgelspielen ist für mich pure Entspannung. Andere gehen zum Yoga, um sich zu erholen, ich setze mich an die Orgel“, sagt Sonja Mentrup. Seit 25 Jahren ist sie Organistin der St. Jakobuskirche in Glane. Außerdem spielt sie regelmäßig in der Glandorfer St. Johannisgemeinde.

Die Ausbildung zur nebenberuflichen Kirchenmusikerin begann Mentrup bereits als 15-Jährige. Zwei Jahre lang besuchte die Glandorferin das bischöfliche Kirchenmusikseminar in Osnabrück. Das bedeutete, jeden Freitag und Samstag mehrere Stunden Orgel-, Klavier- und Gesangsunterricht zu absolvieren. „Sofern man nicht geschwänzt hat“, bemerkt Mentrup lachend. Bereits während ihrer Ausbildung bewarb sie sich auf eine Organistenstelle in der Glaner Kirchengemeinde. Der damalige Pastor Werner Linkemeyer sei gerade in ihren Anfangsjahren als Organistin sehr großzügig gewesen, erinnert sich Mentrup. Auf ihre Frage, was sie in der Messe spielen solle, habe er geantwortet, sie solle das spielen, was sie könne.

Heute kann die erfahrene Kirchenmusikerin aus einem großen Repertoire schöpfen. Die Lieder des alten Gotteslobs habe sie samt der dazugehörigen Nummer fast alle auswendig gekannt, sagt Mentrup. Neben dem geistlichen Liedgut spielt die Organistin auch moderne Stücke. Etwa wenn ein Hochzeitspaar sich ein besonderes Lied für seine Trauung wünscht. Allerdings gibt es für die 42-Jährige Grenzen, was die Auswahl der Musikstücke anbelangt: „Wichtig ist, dass die Orgelmusik die Liturgie bereichert und in sie eingebettet ist. Man darf kein Konzert und keine Show daraus machen.“ Dass die Betriebswirtin und Mutter von drei Kindern in der Glaner Gemeinde seit 25 Jahren durchgehend als Orgelspielerin tätig ist, liegt ihrer Meinung nach auch am guten Organisten-Team. Seit 23 Jahren arbeite sie mit ihren Kolleginnen zusammen. Man sei sehr flexibel und helfe sich gegenseitig, betont die Musikerin.

Neben der Orgelmusik hat Sonja Mentrup eine zweite große Leidenschaft – das Singen. Parallel zu ihrer Ausbildung als Kirchenmusikerin begann sie in der Glandorfer Gemeinde einen Chor zu leiten. Am Anfang seien es „zehn bis zwölf Mädels“ gewesen, die gemeinsam auf Hochzeitsfeiern gesungen hätten, erzählt die Chorleiterin. Aus der lockeren Mädchentruppe entstand schließlich der „Crescendo“-Chor, der zu einer festen Institution in der Kirchengemeinde geworden ist. Rund 60 Musiker gehören dazu, darunter noch einige Gründungsmitglieder und mittlerweile auch zwölf Männer. Gesungen werden neue geistliche Lieder, aber auch Musicalnummern sowie Rock- und Popsongs. Das Repertoire habe sich beträchtlich erweitert, nicht nur weil man heute über das Internet und die Verlage einfacher an die Noten komme, sondern auch weil man professioneller geworden sei, betont Mentrup. „Heute singen wir Dinge, die vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen wären.“ Immer häufiger unterstützen auch Musiker die Auftritte des Chors, wie etwa beim 25-jährigen Jubiläum vor zwei Jahren.

Um Nachwuchs müssen sich die „Crescendo“-Mitglieder keine Gedanken machen. Seit drei Jahren gibt es den Projektchor „Crescendo-Kids“, der für spezielle Anlässe wie den Familiengottesdienst probt. Bis zu 90 Kinder kommen zu den Treffen. An zwei Samstagen lernen die jungen Sänger alles, was sie für ihre Auftritte können müssen. „Die Kids kapieren alles so schnell und singen sogar auswendig“, lobt die Chorleiterin. Seit Kurzem gibt es auch die „Crescendo-Teens“ für musikinteressierte Jugendliche.

Trotz zahlreicher Proben, Auftritte und Termine hat Mentrup nie daran gedacht, ihr Engagement als Kirchenmusikerin zu reduzieren. Musik bleibe ihr großes Hobby. Einen Wunsch hat die Organistin allerdings für die Zukunft: „Ich hätte gerne mehr Zeit, um zu üben.“ Das komme bei ihr als Berufstätige und Mutter von drei Kindern manchmal zu kurz.


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