Frustschutz für Weihnachten Frauenkabarett „Dietutnix“ begeistern in Bad Iburg

Von Anke Schneider

Steffi Windhoff beklagt, dass der Weihnachtsmann den Nikolaus immer weiter verdrängt. Foto: Anke SchneiderSteffi Windhoff beklagt, dass der Weihnachtsmann den Nikolaus immer weiter verdrängt. Foto: Anke Schneider

Bad Iburg. Die fünf Kabarettfrauen von „Dietutnix“ sind in Bad Iburg keine Unbekannten. Die Tourist-Info hat die Ulknudeln bereits einige Male in den Südkreis geholt. Das mittlerweile schon kultige Weihnachtsprogramm der Damen wurde durch einige frische Nummern aufpoliert und sorgte auch dieses Mal wieder für viel Heiterkeit.

Die 330 Plätze der Realschule waren ausverkauft. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Gäste der Show „Advent, Advent, Dietutnix brennt“ vorher bereits wussten, dass sich der Weg ins Kronesch lohnen würde. Kaum eine andere Adventsshow bietet so sicheren Frustschutz in der Vorweihnachtszeit wie die Gala der fünf urigen Weihnachtsengel aus Rheine.

Der Kabarettschlitten nahm gleich zu Beginn der Show richtig Fahrt auf, als Susanne Anders, Sabine Hollefeld, Steffi Windhoff, Ingrid Helmer und Heike Knief, als Adventskranz, Weihnachtbaum oder Nikolaus verkleidet, ihr Weihnachtsmedley zum Besten gaben. „Lasst uns froh und munter sein und unser Publikum mit Scherzen erfreuen“, war der gute Vorsatz für diesen Advent, den die fünf treffend in die
Tat umsetzen. Es gab nichts rund um das Weihnachtsfest, was die Kabarettistinnen nicht aufs Korn genommen hätten.

Das war beispielsweise die viel beklagte Hektik in der Weihnachtszeit und die Tatsache, dass Weihnachten jedes Jahr unerwartet und plötzlich kommt. „Wenn man den Adventsschmuck aus dem Keller holt, muss man aufpassen, dass man sich nicht selbst begegnet, wie man den Schmuck vom letzten Jahr gerade herunterträgt“, witzelten die Spaßvögel.

Die Ulknudeln erzählten vom Weihnachtsessen, zu dem nicht nur der Puter und die Schwarzwälder-Kirschtorte gehört, und sie nahmen auch schonungslos die Heilige Familie aufs Korn. Als Schwangere in einem Geburtsvorbereitungskurs lästerten die Frauen darüber, dass Maria und Josef sich für eine risikoreiche Hausgeburt entschieden haben. Und sie seien sogar so verrückt gewesen, kurz vor der Geburt noch eine Treckingtour durch den Nahen Osten zu unternehmen.

Inbrünstig bliesen die Frauen dann zum Sturm auf die Coca-Cola-Initiative, die mit ihrem rot bemantelten Weihnachtsmann den guten alten Nikolaus zu verdrängen versucht. Der rote Mann ziehe mit seinem grenzdebilen „Ho, ho, ho“ durch die Lande und lasse die Erinnerung an den echten Nikolaus mit Mitra auf dem Kopf verblassen. Die Kabarettistinnen forderten nicht nur, den Nikolaus in der Kategorie Läuse auf die Rote Liste der gefährdeten Arten aufzunehmen. Sie ermunterten die Gäste zudem, viele kleine Mitras zu basteln und sie den Weihnachtsmännern in den Regalen überzustülpen. „Eine Bastelanleitung finden Sie auf der Dietutnix-Homepage.“

Den ganzen Abend über schlüpften die Damen in die verschiedensten Rollen und gaben dem Weihnachtsfest mit teilweise sehr entfremdeten Liedern, Gedichten und Sketchen einen ausgesprochen humorvollen Anstrich.

Jeder, der feststellen konnte, dass das eigene Weihnachtsfest nicht so chaotisch ablaufen würde wie das auf der Bühne, ging vermutlich erleichtert nach Hause. So hatten die Gäste in der Realschule mitverfolgen müssen, dass man in Köln das Weihnachtsfest notgedrungen in die Karnevalszeit einbaut, wo es eigentlich nur stört. Schließlich ist das Kölner Fest der Liebe der Rosenmontag und nicht Weihnachten. „Warum sonst haben die meisten Kölner wohl im November Geburtstag?“, fragten die Spaßvögel. Und die drei Heiligen Könige, die nach ihrem Besuch in Bethlehem nach Köln wanderten, hätten ohnehin erst in Köln ihre wahre Bedeutung erfahren: „Sie waren das erste Dreigestirn.“