Physik zum Anschauen Idee für die Laga in Bad Iburg: Camera obscura

Die begehbare Camera obscura im alten Mülheimer Wasserturm war ein Projekt der Landesgartenschau 1992. Foto: dpaDie begehbare Camera obscura im alten Mülheimer Wasserturm war ein Projekt der Landesgartenschau 1992. Foto: dpa 

Bad Iburg. Der Förderverein für die Landesgartenschau in Bad Iburg 2018 hatte seine Mitglieder und alle Bürger um Projektideen gebeten. Das animierte zu kreativen, gewagten, überraschenden Einfällen, die wir Ihnen in einer kleinen Serie vorstellen und von denen der Verein vier bis fünf besonders förderungswürdige aussuchen möchte. Erste Idee war eine Seilbahn. Heute bringt die Camera obscura Licht ins Dunkle.

Camera obscura, das steht für dunkle Kammer. Solch eine möchte Alexander Kahle nach Bad Iburg bringen. Einen Standort hat er sich schon ausgesucht: das Bad Iburger Schloss, das mit seinem erhöhten Standort ein idealer Platz für die Lochkamera im Großformat wäre.

Das Grundprinzip der Camera obscura ist einfach: Jeder Gegenstand sendet in alle Richtungen Lichtstrahlen aus, die sich geradlinig ausbreiten. Wenn diese Lichtstrahlen durch eine kleine Öffnung in einen lichtdichten Raum gelangen, werden sie je nach Durchmesser des Loches gebündelt und projizieren ein Bild auf die gegenüberliegende Wand. Die Abbildung ist seitenverkehrt und steht auf dem Kopf. Das hatte Aristoteles schon im vierten vorchristlichen Jahrhundert beschrieben und so das Grundprinzip der Fotografie entdeckt.

Dahinter steckt das physikalische Gesetz, das von jedem Punkt eines Objekts unendlich viele Lichtstrahlen in alle Richtungen zurückgeworfen werden. Deshalb können wir Gegenstände sehen.

Man braucht also einen dunklen Raum mit Loch in der Wand. In Deutschland gibt es 13 solcher Camerae obscurae, die nächsten in Unna und in Stade. „Wir möchten unsere Camera dauerhaft im Schloss installieren, um Live-Bilder aus der Umgebung zu zeigen“, erklärte Alexander Kahle.