Förderverein bereit zum Gipfelsturm Landesgartenschau Iburg: Per Seilbahn auf den Berg

Von Stefanie Adomeit

Mit der Seilbahn vom Schloss auf den Dörenberg schweben. Diese Idee wurde mit einem Film lebendig.Grafik: Detlef FriesMit der Seilbahn vom Schloss auf den Dörenberg schweben. Diese Idee wurde mit einem Film lebendig.Grafik: Detlef Fries 

Bad Iburg. Man darf auch mal spinnen: Zum Beispiel ein stabiles Seil, das vom Konventgarten des Schlosses über die Iburger Dächer bis auf die Spitze des Dörenbergs führt. Das Ergebnis: eine Seilbahn. Sie war die spekakulärste Projektidee beim Landesgartenschautreffen der Bad Iburger Mittelstandsvereinigung, der Gastro Aktiv und des Marketingsvereins.

Dieser hatte neben allen Gartenschauinteressierten Bürgermeisterin Annette Niermann und den Förderverein für die Laga „Grenzenlose Region“ eingeladen. Niermann berichtete, womit sich Stadtverwaltung und Rat rund um die Gartenschau gerade beschäftigen – was sich manchmal etwas zäh gestalte: Ende September sei der Gesellschaftsvertrag für die Durchführungsgesellschaft verabschiedet worden. Änderungen, die erneut durch den Rat gehen mussten, und die kommunalrechtliche Anmeldung dauerten aber ihre Zeit. Nun müsse sich die Stadt um die Geschäftsführung der Gesellschaft, die Finanzierung der Projekte und die Auswahl der Flächen kümmern. Für diese werde dann ein Architektenwettbewerb ausgelobt.

Im Fokus der städtischen Arbeit stehe dabei die Kurortentwicklung. Ein Augenmerk habe die Stadt aber auch auf die innerstädtische Entwicklung, Gastronomie und Handel, Wohnqualität, Gewerbe und Verkehr. „Und natürlich ist uns der Dialog mit den Nachbargemeinden ganz wichtig. „Wir sind auf einem guten Weg“, resümierte Niermann.

Das findet auch Matthias Pohlmann, erster Vorsitzender des Laga-Fördervereins: „Wir möchten eine außergewöhnliche Gartenschau schaffen“, kündigte er gleich zu Beginn der Präsentation der Projektideen an. Der Verein hatte die Bürger aufgerufen, sich besondere Ideen für die Landesgartenschau auszudenken. Die Ergebnisse beweisen: In und um Bad Iburg ist man höchst kreativ, wie das Projekt „Gipfelsturm“ zeigt.

In Vertretung des Projektpaten Drago Jurak stellte Matthias Pohlmann den „Gipfelsturm“, einen Aussichtsturm auf dem Dörenberg vor. Dieser soll eine touristische Verbindung zwischen Bad Iburg, Hagen und Georgsmarienhütte schaffen.

Eine Idee, die direkt mit einer anderen zusammenhängt, mit deren professioneller Präsentation Pohlmann und Holger Bäumker den Vogel aus luftiger Perspektive abschossen. In einer von staatstragenden Klängen begleiteten Simulation schwebten plötzlich knallgelbe Seilbahn-Kabinen über die Leinwand, vom Schloss über die Kneipp-Wiese und das Freibad hinweg bis auf den Dörenberg.

„Und wir meinen das ernst“, räumte Bäumker gleich jeden Zweifel an der Seriosität der hochfliegenden Idee aus. Schließlich hätten sie bereits mit einem großen Seilbahnbauer aus Tirol die Grundlagen für eine 2,1 Kilometer lange Trasse vom Schloss- zum Dörenberg ermittelt. Weitere bunte Projektideen stellen wir Ihnen in den nächsten Tagen vor, von denen der Förderverein eine Handvoll aussuchen wird, die er fördern möchte.

Auf den manchmal tristen Boden der Tatsachen holte Dirk Lührmann das Publikum zurück: „Die Zeiten sind vorbei, in denen zahlungskräftige Osnabrücker Damen ihren neuen Wintermantel in Bad Iburg kauften.“ Mit Blick auf den Iburger Einzelhandel und die Gastronomie erklärte er: „Wir haben einen Investitionsstau im Einzelhandel und wir haben Leerstände.“ So zeigten sich der Imbiss am Charlottensee, das Hotel Felsenkeller oder eine Eisdiele wenig attraktiv. Die Gäste würden älter, jüngere seien nur noch schwer nach Iburg zu locken. Lührmanns Rezept gegen leere Restaurants und Geschäfte: „Wir müssen ein zugkräftiges Thema für Bad Iburg finden und für etwas stehen, ob das nun Schmuck oder Kindersachen sind.“ Wer eine Idee hat: Bitte melden.