Laternenträger erobern Kurort Bad Iburger Martinszug zum St.-Clemens-Pfarrzentrum

Von Frank Muscheid


Bad Iburg. Leuchtende Laternen und Gesichter: Mehr als 150 Bad Iburger Kinder und Erwachsene sind am Freitag wieder von Grundschule Am Hagenberg und Franziskushaus über die Große Straße bis zum St.-Clemens-Pfarrzentrum gezogen. Immer vorne weg: Sankt Martin, dargestellt von Joscha Klopmeier aus Lienen auf seinem Shetlandpony Rasmus.

„Ich geh mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir“ – für die Musik zum Mitsingen sorgte der Musikverein Lienen, geleitet von Julian Peppersack: „Es macht immer wieder Spaß und ist schön organisiert.“ Zum 6. Mal haben Schützenverein Bad Iburg, Stadt und St. Nikolaus-Kindergarten den Zug veranstaltet. Conny Chmiel, im Schützenverein für Jugendarbeit zuständig, betreute den Zug zum letzten Mal – mit einem kräftigen Applaus verabschiedeten große und kleine Laternenträger sie an der Fleckenskirche St. Nikolaus.

Das Martinsspiel dort hatte erneut Anne Grimm von der Schützenjugend mit den fünf Hauptdarstellern des Vorjahres eingeübt: „Deshalb mussten wir nur zweimal proben.“ Als Wächter, Bürger, Bettler und Soldat bereiteten Max Bentrup, Marius Wolf, Marius Schubert und Daniel Schulze Osthoff dem barmherzigen Martin die Bühne, der seinen Mantel mit dem Bettler teilte.

Schon eine halbe Stunde vor dem Zug waren die drei Gruppen des St. Nikolaus-Kindergartens im Lampenfieber, erzählt Leiterin Heike Kuzaj: „Sie haben den Bewohnern des Franziskushauses Lieder vorgesungen. Der Martinszug ist ein Höhepunkt, auf den wir drei Wochen hingearbeitet haben.“ Auch der Elternbeirat hat sich mit Würste- und Getränkestand am St.-Clemens-Haus kräftig eingebracht. „Es sind wieder ganz viele Eltern, Kindergartenkinder und Ehemalige dabei“, so Kuzaj. „Ein schönes Ereignis und eine Tradition für Bad Iburg.“

Was Marret Henkefend aus Harderberg, die mit ihrer viermonatigen Mara mitgeht, und Antonia Niederländer, mit ihrem 21-monatigen Ferdinand aus München hergekommen, bestätigen: „Wir sind schon vor mehr als 30 Jahren beim Bad Iburger Laternenzug mitgegangen, und jetzt sind wir zum ersten Mal mit unseren beiden kleinen Kindern dabei“, sagt Antonia. Marret: „Es ist anders, aber schön. Früher sind wir zum Schloss gegangen.“ „Aber es war immer ein Martinsspiel dabei – und die Lebkuchen“, betont Antonia. „Früher haben wir manchmal versucht, zwei zu bekommen, jetzt haben wir uns einen geteilt.“