Litauenhilfe auf den Weg gebracht Weihnachtssendung aus Bad Iburg unterwegs ins Baltikum

Von Rolf Habben

Mit viel Engagement und Herzblut dabei, zahlreiche ehrenamtliche Helfer der Litauenhilfe beim Verladen der Weihnachtssendung. Foto: Rolf HabbenMit viel Engagement und Herzblut dabei, zahlreiche ehrenamtliche Helfer der Litauenhilfe beim Verladen der Weihnachtssendung. Foto: Rolf Habben

Bad Iburg. Es sei bereits die 163. Fracht seit 1993, die auf die lange Reise ins ferne Baltikum geschickt würde, verkündeten stolz die Eheleute Heidi und Werner Kiupel von der „Litauenhilfe am Gymnasium Bad Iburg e.V.“ Der Verein mit seinen 20 Mitgliedern hat einmal mehr einen humanitären Hilfstransport auf den Weg nach Pogegen (Pogegiai) in Litauen geschickt.

Mit dem Lkw geht es von deren Garage als Zwischenlager in Bad Iburg zunächst nach Kiel und von dort mit der Fähre über die Ostsee nach Kleipeda, wo die Hilfsgüter von ehrenamtlichen Helfern dankbar entgegengenommen und ins 80 Kilometer entfernte Pogegiai weitergegeben werden, erklärt Heidi Kiupel.

Im Verein laufen die Vorbereitungen für die traditionelle Weihnachtsfahrt bereits seit Monaten auf Hochtouren. Seit dem Sommer hatte die Litauenhilfe fleißig Spenden entgegen genommen, sortiert und in der privaten Garage transportfertig verstaut. Jetzt war dann auch ein Team von zehn Helfern vor Ort, um das tonnenschwere Gut in ungezählten Kartons und Säcken, versehen mit diversen Empfängeranschriften fachgerecht in den Lkw zu verladen. Neben Fahrrädern war sogar ein Standrad für Fitness dabei. Die Hilfsgüter gehen an Schulen, Alten- und Kinderheime, Sozialstationen sowie Behindertenvereine in den drei Gemeinden im Umkreis vom Zielort.

Trotz beachtlicher wirtschaftlicher Fortschritte in Litauen leben weite Teile der Bevölkerung noch immer in großer Armut. Zudem sei in dem Land kein ausreichendes soziales Netz vorhanden, klärt Heidi Kiupel auf. Besonders begehrt seien Spielzeug und Schulmaterial, Kleidung jeder Art, Bettwäsche, Wolldecken sowie Schuhe. Als neues Projekt unterstützt der Verein eine Selbsthilfeorganisation für Behinderte. Benötigt werden dort vor allem physiotherapeutisch unterstützende Gymnastikausrüstungen, Rollatoren, Rollstühle, Medizinbälle sowie Gehhilfen beispielsweise. Ein Hilfstransport koste bis zu 1000 Euro und werde allein aus dem Spendenaufkommen finanziert, „allmählich sind wir finanziell aber am Ende“, beklagt Heidi Kiupel, alles werde nämlich auf rein privater Ebene gestemmt.

Hintergrund der Vereinsgründung ist die seit 1993 bestehende Schulpartnerschaft mit regelmäßigem Schüleraustausch mit dem dortigen Gymnasium. Werner Kiupel als Vereinsvorsitzender war bis zu seinem Ruhestand Studiendirektor am Gymnasium und hat zudem seine Wurzeln in Litauen. Neben einer Kirchenpartnerschaft der evangelischen Kirchen hier und dort seit 2004 besteht seit 2008 auch eine Städtepartnerschaft Bad Iburgs mit Pogegiai. Vor Vereinsgründung habe man als sozial engagierte, lose Interessengemeinschaft die Aktion ins Leben gerufen. Nicht allein das Verschicken von Hilfsgütern kann sich der Verein seitdem auf die Fahnen schreiben. Auch den Aufbau der dortigen katholischen Kirche hat die Litauenhilfe mit Sachleistungen wie Fenster, Dachbedeckung oder Kirchenbänken tatkräftig unterstützt. Und selbst in der Krankenfürsorge hat man hilfreich eingreifen können.