Märchenhafte Reise um den Globus Lesestunde mit Musik in der Dörenberg Klinik

Von Rolf Habben

Einen unterhaltsamen Abend mit Geschichten und Musik gestaltete Märchenerzähler Werner Deflorian in der Dörenberg-Klinik in Bad Iburg. Foto: Rolf HabbenEinen unterhaltsamen Abend mit Geschichten und Musik gestaltete Märchenerzähler Werner Deflorian in der Dörenberg-Klinik in Bad Iburg. Foto: Rolf Habben

Bad Iburg. Märchenträume mit musikalischen Überraschungen präsentierte Werner Deflorian jetzt in der Dörenberg-Klinik. „Die älteste Form der Unterhaltung und auch der Vermittlung von Wissen sind das Märchen- und Geschichtenerzählen sowie das Singen“, umreißt der Entertainer sein ebenso vielseitiges wie locker gestaltetes Programm.

Es sei Vollmond und typisches Novemberwetter und von daher auch das richtige Stimmungslicht für eine Märchenstunde, greift Deflorian die „idealen äußeren Bedingungen für einen launigen Abend“ auf.

In seinem kurzweiligem Auftritt führte der Erzähler mit seinen Märchen, Erzählungen und Geschichten die Zuhörer rund um den Globus. Vom Fernen Osten in China, Vietnam und Japan über den Orient und Südamerika ging es mit holländischen, schweizerischen und schottischen Erzählungen bis nach Europa. Aufgelockert durch sein Gitarrenspiel und Lieder von Peter Horton, Udo Jürgens und Hubert von Goisern, verging die Reise wie im Flug.

Große Begeisterung im Publikum in der Dörenberg Klinik löste seine Fabel von der Henne Penne, dem Gockel Bockel, der Ente Plente, dem Gänschen Hänschen und dem Truter Puter mit schneller Namenswiederholung als Zungenbrecher aus, die allesamt schließlich den Füchsen Büchsen zum Opfer fielen. „Wann verspricht er sich denn mal?“, war seine an ihn selbst gerichtete Frage, die er im Publikum vermutete.

Als geborener Österreicher durfte natürlich auch der Wiener Schmäh und der alpenländische Dialekt nicht fehlen. Er sei „ein entflohener Tiroler, den es bis in die norddeutsche Tiefebene verschlagen hat“, so der Erzähler verschmitzt. Märchen und Geschichten hätten immer etwas mit Menschen zu tun und seien kulturelles Gut vieler vergangener Völker, ist Deflorian überzeugt. Oft steckten nicht auf den ersten Blick erkennbare Wahrheiten in den Erzählungen, man müsse nur den Kern einer Botschaft erkennen. Das gelte besonders für asiatische Überlieferungen. Märchen seien daher philosophisch hintergründig, nicht selten tragisch, jedoch auch humorvoll und witzig, umreißt er die Bandbreite der Erzählungen. Mit dem Volkslied „Abendstille überall“, als Canon vom gesamten Auditorium mitgesungen, klang ein unterhaltsamer Abend in der Klinik aus.