Scheventorf in Bad Iburg Lebendig eingemauert wegen der Liebe zum Förster

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Eine düstere Geschichte rankt sich um die Burg Scheventorf in Bad Iburg-Ostenfelde, die auch einer Straße ihren Namen gibt. Foto: Horst TroizaEine düstere Geschichte rankt sich um die Burg Scheventorf in Bad Iburg-Ostenfelde, die auch einer Straße ihren Namen gibt. Foto: Horst Troiza

Bad Iburg. Idyllisch in der flachen Landschaft südlich des Teutoburger Waldes verläuft die Straße Scheventorf in Bad Iburg, eine ideale Strecke für Fahrradtouren und Planwagenfahrten. Geschichtsträchtig ist die im Renaissance-Stil erbaute gleichnamige Burg, doch kaum jemand geht hier vorbei, ohne an die schaurige Legende von der schönen Anna von Hake zu denken.

Dieser Teil Ostenfeldes bietet Fahrradwanderern und anderen Freizeitaktivisten eine Menge Spaß. Nach Süden hin öffnet sich die münsterländische Parklandschaft und lädt zu ausgedehnten Touren ein, in der anderen Richtung wartet für Unternehmungslustige der Anstieg in die Hänge des Bergrückens des Teutoburger Waldes. Die Straße Scheventorf zweigt östlich von der Münsterstraße ab, führt zwischen landwirtschaftlichen Flächen hindurch, wendet sich nach einem Knick gen Norden und mündet dann in die Straße Am Kreuzbrink.

An besagtem Knick befindet sich die gleichnamige Burg. Sie wurde 1552 errichtet und gilt als älteste bestehende Fachwerkkonstruktion des Osnabrücker Landes. Die Burganlage bestand aus dem Hauptgebäude mit Vorplatz, einem Pferdestall, dem Pfortenhaus und dem Vorwerk, das als Brauhaus genutzt wurde. Noch im 18. Jahrhundert war sie von einem Wassergraben umgeben. Angrenzend lagen der Mühlteich und die Mühle, die vom Glaner Bach angetrieben wurde.

Namensgebend war das Rittergeschlecht, das bereits im 13. Jahrhundert nachweisbar ist und in alten Urkunden noch Scevintorpe hieß. 1365 gelangte die Burg in den Besitz der Burgmannsfamilie Hake aus Glane-Visbeck. Knapp 300 Jahre verblieb die Burg in deren Besitz, danach wechselte sie bis heute mehrfach den Besitzer.

Kein Beitrag über die Burg kann ohne die Geschichte von Anna von Hake erscheinen. Bei Umbauarbeiten stieß man 1858 auf eine zugemauerte Kammer hinter der Küche, in der ein Stuhlbein, Tonscherben und menschliche Knochen gefunden wurden. Das sogenannte „Annekenloch“ soll der Kerker gewesen sein, in dem Anna von ihrem Vater lebendig eingemauert worden war, weil sie nicht von ihrer Liebe zu einem einfachen Förster lassen wollte. Ihr in Ostenfelde und Iburg immer bewusst gehaltenes Schicksal wurde 1924 vom Priester Bernhard Köster in einem gleichnamigen Roman festgehalten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN