Neues Zuhause für Bewohner Umzug des St. Franziskus-Hauses in Bad Iburg gemeistert

Von Petra Ropers

Maria Timpe hat ihr Zimmer im Neubau bereits bezogen. Tatkräftige Hilfe leistete ihr dabei als Umzugspatin Altenpflegeschülerin Mukaddes Sezen. Foto: Petra RopersMaria Timpe hat ihr Zimmer im Neubau bereits bezogen. Tatkräftige Hilfe leistete ihr dabei als Umzugspatin Altenpflegeschülerin Mukaddes Sezen. Foto: Petra Ropers

Bad Iburg. 45 Umzüge in sechs Stunden – und das ohne das sonst allgegenwärtige Chaos aus halb ausgepackten Kartons und verstreuten Möbelteilen: Eine logistische Meisterleistung vollbrachte das Team des Bad Iburger St. Franziskus-Hauses. Nach einem generalstabsmäßig ausgearbeiteten Plan erfolgte am Dienstag der Umzug der Bewohner vom alten Haus in den Neubau.

Morgens um 9 Uhr wechselte die erste Bewohnerin in ihr neues Zuhause. Um 15 Uhr stand der letzte Umzug auf der Agenda. „Ein solcher Umzug eines ganzen Hauses kommt selten vor und ist schon eine besondere Herausforderung“, weiß Roland Knillmann vom Caritasverband. „Doch hier greifen die Zahnräder perfekt ineinander.“ Dafür zogen auch alle Mitarbeiter des Hauses an einem Strang. Ein Pate aus dem Team um Heimleiterin Annette Niederwestberg stand jedem Bewohner bei seinem Umzug zur Seite.

Mit Maria Timpe packte Altenpflegeschülerin Mukaddes Sezen die Kartons und verstaute Kleidung sowie all die lieb gewordenen Kleinigkeiten, die nach dem alten nun auch das neue Zimmer schmücken. Die kostbare Porzellanpuppe, der noch immer fleißig blühende Weihnachtsstern und das Fernsehgerät nahmen den Weg in den Neubau. Und auch der gemütliche Lieblingssessel mit dem weichen Fell darüber hat seinen neuen Platz bereits gefunden.

Die übrigen Möbel brauchte Muka, wie sie kurz genannt wird, allerdings nicht auseinander zu schrauben. Denn die neuen Zimmer erhielten auch eine komplett neue Möblierung. Für Maria Timpe war es bereits der dritte Umzug in ihrem Leben. Etwas aufgeregt sei sie anfangs gewesen, räumt die 78-Jährige ein. „Inzwischen bin ich aber schon ein bisschen im Gang hin und her gelaufen.“ Am Nachmittag nahm sie dann zum ersten Mal ihren Kaffee in der neuen Wohngemeinschaft ein.

Viele Gesichter dort kennt sie bereits. Denn bei der Aufteilung der Zimmer bemühte sich das Team um Annette Niederwestberg, die Bewohner möglichst in ihrem vertrauten Kreis unterzubringen. „Eine solche Veränderung ist für ältere Menschen auch so schon schwer genug“, weiß die Heimleiterin. Den Bewohnern half es allerdings, dass sie in den vergangenen Monaten den Neubau wachsen sehen und sich so innerlich auf den bevorstehenden Umzug vorbereiten konnten.

Wem es möglich war, der folgte auch gerne der Einladung, zwischendurch einmal die Baustelle zu besichtigen. Zusätzlich informierten die Mitarbeiter immer wieder über das veränderte Konzept, das mit den neuen Räumlichkeiten einhergeht. Das Interesse an den Veränderungen war unterdessen nicht nur bei den Bewohnern groß. Rund 1000 Besucher zählte Annette Niederwestberg beim Tag der offenen Tür im Neubau, der dem Umzug vorausging.

Der ist inzwischen abgeschlossen – auch wenn hier noch ein Fernsehgerät angeschlossen werden muss und dort noch ein Spiegel auf seinen Haken wartet. In den nächsten Tagen ziehen noch einige Senioren in die freien Zimmer ein. Dann kehrt für die Bewohner und Mitarbeiter nach den Aufregungen der letzten Wochen wieder Ruhe im Haus ein. Und die darf für Annette Niederwestberg ruhig länger anhalten: „Ich habe meinem Mann versprochen, dass dies der letzte Umzug war“, verrät sie lächelnd.