2800 Gäste auf dem Dörenberg Weißblauer Partyspaß auf Oktoberfest in Bad Iburg

Von Stefan Buchholz


Bad Iburg. Mit den Oktoberfesten hat im Osnabrücker Land die sechste Jahreszeit begonnen. Eine Wiesngaudi mit original bayrischem Programm legte am Wochenende das Gasthaus zum Dörenberg auf.

„Wir machen das hier auf dem Berg schon seit zehn Jahren und waren im Südkreis die Ersten“, erzählte Gasthauschef Holger Bäumker. Seine Schweißperlen auf der Stirn verrieten: Er und die Küchencrew stehen seit Stunden schon richtig unter Dampf: 40 Kilo Fleischkäse, 130 Schweinshaxen sowie 500 Brezeln plus 700 Paare Schweins- und Weißwürste nebst Bergen von Kartoffelsalat und Kraut haben sie zubereitet und unter die hungrigen Oktoberfestfans gebracht.

Dass der Wiesnimport am Rand der norddeutschen Tiefebene so gut ankommt, hat nach Bäumkers Worten auch mit der Authentizität zu tun, die der Gaudi in Bad Iburg erst so richtig Baziflair verleiht. Vater Herbert fahre beispielsweise Tage zuvor ins oberbayerische Fischbachau. Von dort bringe er bis auf die Haxen alle lukullischen Spezialitäten von einem befreundeten Metzger mit. Im Ausschank fließt natürlich bayerisches Bier, erwähnte Bäumker. Und: Original aus Bayernland sind seit 2005 immer 40 Leute dabei, die für das zünftige Programm sorgten. Das sind zu einen das musikalisch höchst vielseitige Stürzlhamer-Sextett Dazu weitere Männer und Frauen, die Alphorn blasen, sich als Peitschenknallende Goaßlschnalzer Gehör verschaffen oder als Plattler mal urige Tanzkultur aus dem Süden der Republik vorführen. „Die machen hier bis zwei Uhr nachts nonstop Unterhaltung“, sagte Bäumker, bevor er wieder in der Küche des 800 Quadratmeter großen Festzeltes verschwand.

Dessen Bretterboden bebte gerade wieder einmal und brachte die drei Meter hohen Lautsprechertürme bedrohlich zum Wackeln. Die Stürzlhamer hauten gerade einen Volksmusikhit nach dem anderen raus und die im Bayernoutfit kostümierte Menge tanzte und hüpfte zu Polka, Walzer und Viervierteltakt.

„Ich war schon auf einigen anderen Oktoberfesten. Aber hier ist einfach die beste Partystimmung“, fand Kathrin Huneke aus Lienen. Am besten gefiel der 28-Jährigen, dass sich alle gut verstehen, egal wer man sei.

Spaß hatten auch die Handballer vom TSV GMHütte . „Als Mannschaft sind wir heute zum ersten Mal hier. Wir machen das, um uns so teambildend auf die Saison vorzubereiten“, ließ Ingo Pelke im Lederhosendress durchblicken.

Selbst die richtigen bayerischen Eingeborenen waren perplex: „Hier ist eine deutlich bessere Stimmung als bei uns zu Hause“, meinte Elisabeth Fichtner von der Plattlergrupe aus Elbach.

Gestemmt wird die Veranstaltung seit zehn Jahren vom Gasthaus zum Dörenberg und befreundeten Nachbarn. Sie sorgen für den Auf- und Abbau des Festzeltes, verlegen kilometerlange Leitungen und arbeiten auch während der Wiesntage im Servicebereich mit.