Leben mit sieben Männern Margie Kinsky begeisterte Bad Iburger Publikum

Von Anke Schneider


Bad Iburg. Wenn eine Frau mit sieben Männern zusammenlebt, dann hat sie nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie wird verrückt, oder sie nimmt das Ganze mit Humor. Für die zweite Variante hat sich Margie Kinsky entschieden. Am Donnerstagsabend gab die Kabarettistin im Gasthaus Tovar vor proppenvollem Saal einige Anekdoten aus ihrem turbulenten Familienleben preis.

Die in Deutschland lebende italienische Schauspielerin und Kabarettistin ist die Ehefrau von Schauspieler und Regisseur Bill Mockridge, der als Erich Schiller in der ARD-Serie Lindenstraße bekannt wurde. Sie nennt ihn liebevoll „Den Holzfäller“, womöglich wegen seines Geburtsortes Kanada. Das Paar hat sechs Söhne, die allesamt die Sehnsucht nach der Bühne mit der Muttermilch eingeflößt bekommen haben und in der Branche tätig sind. Während die Herren der Familie als Regisseur, Sänger, Comedy-Autor, Schauspieler oder Model auf den Bühnen der Welt unterwegs sind, kann Mama Margie sich entspannt zurücklehnen. Sie braucht keine fremden Texte auswendig zu lernen, sondern kann frisch und frei aus dem Nähkästchen plaudern. Die besten Geschichten sind ja ohnehin die, die das Leben schreibt. Und so plauderte die 56-Jährige im Saal des Gasthauses Tovar munter drauflos.

Sie ist eine der Frauen, die sich über die Regeln der menschlichen Anatomie hinwegsetzen und eine Begebenheit von Anfang bis Ende erzählen können, ohne dabei ein einziges Mal atmen zu müssen. Mit einem Temperament, das durch ihren italienischen Ursprung begünstigt wird, berichtete sie unter anderem von den alljährlichen Urlaubsreisen der Familie ins vertraute Italien. „Sechs Kinder, 18 Stunden Fahrt“, so die Eckdaten, die Turbulentes vermuten lassen. Und tatsächlich vergisst die Familie einen ihrer Sprösslinge an einer Autobahnraststätte, bemerkt das Ganze aber zum Glück schon nach 50 Kilometern und dreht um. „Da sitzt mein Sohn in der Raststätte hinter einem Berg von Süßigkeiten und gibt eine Pressekonferenz“, schilderte Margie Kinsky das mehr oder weniger glückliche Wiedersehen mit ihrem Junior.

Das Energiebündel berichtete weiter von einem wohlverdienten Wellnesswochenende mit Freundin Maria und Busenfreundin Marita, von einer reichen Familie, deren Fisch sie für zwei Wochen versorgen musste, und von vielen anderen Gegebenheiten, die das Leben einer viel beschäftigten Mutter zusätzlich bereichern. Wie auch die Oma, die neben dem Hund als einzige weibliche Verstärkung mit im Haus wohnt und eigentlich eher eine Last ist. „Es müsste, so wie es für die Kinder eine Kita gibt, für Omas eine Ota geben“, sagte Kinsky. Mit einem Stuhlkreis, in dem gemeinsam „Mein rechter rechter Platz ist leer“ gespielt wird, und einer Leseecke statt einer Puppenecke. „Dann gäbe es statt Elternabende Kinderabende, bei denen sich die Betreuer über ihre Schützlinge auslassen können“, sinnierte die 56-Jährige.

Wer gut damit klarkam, dass die redefreudige Frau ihren Gästen nicht einmal Zeit zum Lachen gab, für den war die Show ein echter Hochgenuss. So manche Mutti wird sich in den beschriebenen Situationen wiedergefunden und beschlossen haben, ihr hauseigenes Chaos künftig auch mit mehr Humor zu nehmen. Ehemann Bill Mockridge, der im Haus Tovar als Regisseur dabei war, wird übrigens am Mittwoch, 17. September, ab 20 Uhr im Bad Rothenfelder Kurhaus zu sehen sein. Dann befasst er sich unter dem Motto „Was ist, Alter?“ mit den Fragen rund um das Älterwerden. Wahrscheinlich mit ebenso viel Humor wie seine Frau.