Fleischlose Spieße vom Grill Ferienkinder diskutieren über Einkauf und Ernährung

Von Petra Ropers

Die Tafel unter freiem Himmel war gedeckt: Zum Ferienpass ließen sich die Kinder und Jugendlichen Soja-Gemüse-Spieße vom Grill schmecken. Foto: Petra RopersDie Tafel unter freiem Himmel war gedeckt: Zum Ferienpass ließen sich die Kinder und Jugendlichen Soja-Gemüse-Spieße vom Grill schmecken. Foto: Petra Ropers

Bad Iburg. Die Sonne scheint, der Abend ist noch warm. Da ruft der Grill förmlich danach, ein letztes Mal angeheizt zu werden. Doch müssen es eigentlich immer Würstchen oder Nackensteaks sein? Eine fleischlose Alternative nahmen die Kinder und Jugendlichen jetzt auf Einladung des Vereins „nature kids & teens“ in Bad Iburg auf den Teller.

„Etwas scharf, aber lecker“, war das einhellige Urteil über die Soja-Gemüse-Spieße, die am Jugendtreff „Flavour“ auf den Grill kamen. In einer engagierten Diskussion setzten sich die Jungen und Mädchen zuvor mit den Folgen der konventionellen, westlichen Ernährung auseinander. Durchschnittlich 1094 Tiere landen im Laufe eines Lebens auf dem Teller jedes Bundesbürgers. Und nicht nur hierzulande stehen Fleisch- und Wurstwaren sowie Milchprodukte ganz oben auf der Einkaufsliste.

Weltweit werden deshalb allein 1,3 Milliarden Rinder gehalten, die über ein Drittel der Getreideernte vertilgen. Für Ökotrophologin Petra Steins ist eine fleischlose oder fleischreduzierte Ernährung deshalb nicht nur gesünder, sondern zudem ein wichtiger Beitrag zum Kampf gegen den weltweiten Hunger. „Wenn das Fleisch von weit her zu uns transportiert wird, ist das auch schlecht für die Umwelt“, überlegte Michelle.

Referentin Petra Steins sprach sich deshalb für den Kauf regionaler Produkte aus. Und von denen gibt es weitaus mehr, als üblicherweise in den Supermarktregalen zu finden sind. So existieren derzeit noch mehrere Hundert verschiedene Apfelsorten. Doch die wenigsten von ihnen finden sich im Supermarkt. „Fragt auch mal nach anderen Sorten“, riet die Ökotrophologin deshalb.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Bislang sorgt sie allerdings dafür, dass täglich unzählige Tonnen Lebensmittel im Müll landen, weil sie nicht der Nachfrage und der vorgegebenen Norm entsprechen. Aber muss eigentlich jede Banane die gleiche Krümmung haben? „Nur weil etwas anders aussieht, muss es doch nicht schlecht sein“, hielt Michelle dagegen. Und Ole ergänzte: „Wir sollten auch mal an die armen Leute denken, anstatt einfach was wegzuschmeißen!“

Bewusst einkaufen – diese Aufforderung hat viele Facetten. „Lieber weniger Fleisch kaufen und dafür besser produziertes“, riet Petra Steins angesichts abschreckender Bilder. Sie warb zudem für Soja-Produkte als Alternative zum Fleischkonsum. Und die lassen mit Soja-Würstchen, Sojaschnitzeln und vielen weiteren Spezialitäten auch für Grillfreunde reichlich Auswahl.