Haus am Ring noch nicht geräumt Bad Iburg: Nur Ärger mit dem Freudenhaus

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Bad Iburg. Die Stadt hat das Haus gekauft und die Mietverhältnisse zum 30. Juni gekündigt, genau wie die Versicherungen. Nun ist Mitte August, und das rote Herz leuchtet immer noch über dem Charlottenburger Ring.

Offenbar läuft der Bordellbetrieb im Altbau des Komplexes mit der Hausnummer 41 weiter – trotz der Räumungsklage, die dem ehemaligen Hausbesitzer am 1. Juli zugestellt wurde. „Nun muss das Gericht das Recht anwenden“, sagte Bad Iburgs Bauamtsleiter Andreas Pues auf Anfrage.

Die Stadt hatte den Schandfleck am Charlottenburger Ring Ende vergangenen Jahres für 271000 Euro ersteigert. Das Wohn- und Geschäftshaus mit dem 1992 angebauten Supermarkt hat 220 Quadratmeter Wohn- und 535 Quadratmeter Nutzfläche und war mit hohen Hypotheken belastet.

Noch vor Weihnachten hatte die Stadt die Kündigungen für die Mietverträge durch einen Gerichtsvollzieher zustellen lassen. Inhalt: Bis 30. Juni mussten die Mieter raus. „Zuvor hatten wir dem früheren Eigentümer sogar angeboten, etwas dafür zu zahlen, wenn die Mieter das Haus früher als vertraglich geregelt räumen“, so Pues. Das ist nun hinfällig.

Doch die Zeit drängt: „Wir haben den Abbruch des Gebäudes ausgeschrieben und eine Firma damit beauftragt.“ Bei einer Verzögerung werde ein finanzieller Schaden entstehen, den die Stadt dem ehemaligen Hausbesitzer in Rechnung stellen werde.

Der betreibt das Haus mit hohem Risiko weiter: Die Versicherungen sind gekündigt, und mancher erinnert sich noch an den Brand im Bordell vor drei Jahren.

Einen konkreten Plan, was mit dem 1500 Quadratmeter großen Grundstück passieren soll, hat die Stadt noch nicht. Das Grundstück liegt im Sanierungsgebiet: „Wir haben einen Aufstellungsbeschluss für ein Bauleitverfahren eingeleitet und sammeln Möglichkeiten und Interessen“, sagte Pues.

Schließlich ist der Charlottenburger Ring ein Eingangstor in die Stadt, Knotengarten und Schloss liegen in Sichtnähe. „Wenn wir alle Aspekte gesammelt haben, werden wir ins Bauleitverfahren einsteigen“, kündigte Pues an.

Ein Bodengutachten soll erweisen, was hier möglich ist. Denn die Fläche liegt auf dem Gelände des früheren Mühlenteichs der Mühle Grewe. Dieser wurde zugeschüttet.

Erster Schritt zur neuen Nutzung soll nun eine Lage Schotter sein, die aus der Hoffentlich-bald-Brachfläche einen provisorischen Parkplatz macht.

Besser sieht es mit der Hawaii-Bar an der Osnabrücker Straße aus. Das Gewerbe in diesem Haus ist am 13. Juni abgemeldet worden. Nun kann der Bau als Wohnung genutzt werden.

Keine Sorge müssen die Anwohner rund um die Lienener Straße um die Seriosität ihres Wohnviertels haben. Befürchtungen, dass das frühere Verwaltungsgebäude des Drahtseilwerks zweckentfremdet werden könnte, können Landkreis und Stadt zerstreuen. „Dort ist seit März eine Wohnung ganz normal vermietet“, erklärte ein Landkreissprecher auf Anfrage.

Die Anlieger sind dort sensibilisiert, seit der Bau im Herbst des vergangenen Jahres als Arbeitnehmer-Unterkunft missbraucht worden war – bis der Landkreis einschritt.


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