Kritik an dreistem Verhalten Radler „rücksichtslos und riskant“ im Teutoburger Wald

Rund 2000 holländische Rennradler sind am Sonntag über die Straßen am Teutoburger Wald gefahren. Nicht alle Anwohner waren mit dem Treiben einverstanden. Archiv-Foto: Hermann PentermannRund 2000 holländische Rennradler sind am Sonntag über die Straßen am Teutoburger Wald gefahren. Nicht alle Anwohner waren mit dem Treiben einverstanden. Archiv-Foto: Hermann Pentermann

Tecklenburg/Bad Iburg/Hilter/Hagen. Knapp 2000 Radfahrer sind am Sonntag auf den Straßen des Teutoburger Waldes unterwegs gewesen. Dabei hat es brenzlige Situationen und Beschwerden von Bürgern gegeben.

„Absolut rücksichtslos und überaus riskant.“ So fällt das Urteil von Beate Groß aus. Die Lienenerin wohnt im Holperdorper Tal und kleidet ihren Ärger in folgende Worte: „Kaum ein Auto- oder Motorradfahrer erlaubt es sich, sich derart dreist auf der Straße zu bewegen.“

Was war los? Am Sonntag erlebte das Tecklenburger Land einen Ansturm – überwiegend – holländischer Radfahrer. Der Oldenzaalse Wieler Club (OWC) hatte die „32. Teutoburger Wald Tocht“ – eine Rundfahrt über 85 beziehungsweise 115 Kilometer – ausgeschrieben. Knapp 2000 Pedalritter starteten an der Ibbenbürener „Aura“ zur Tour durchs Tecklenburger Land (Tecklenburg, Lienen, Lengerich, Bad Iburg, Hilter-Hankenberge und Hagen). Auf den Straßen wurde es über Stunden eng, manchmal sogar brenzlig.

Für Beate Groß hat die ganze Sache „einen unschönen Beigeschmack“ gehabt. „Der Schutz des am Haus geparkten Autos wird sogar genutzt, um schnell dahinter zu verschwinden. Abscheulich! Ist dann abends Ruhe eingekehrt, und man traut sich, mit dem Hund ein Stück die Straße entlangzugehen, darf man sich dann auch noch an den zahlreichen Hinterlassenschaften von kleinen Snacks erfreuen.“ Ihre Meinung: „Nein, das hat Holperdorp an einem schönen Sonntag nicht verdient.“

Ist solch eine Radrundfahrt genehmigungspflichtig? Ja. Der Kreis Steinfurt hat dafür „grünes Licht“ gegeben. Nach eigenen Angaben in Absprache mit der Polizei unter 32 Auflagen. Die wichtigsten: kleine Gruppen mit maximal 20 Fahrern, striktes Befolgen der Straßenverkehrsordnung, Helmpflicht, darauf achten, dass Autofahrer überholen können. Zusätzlich hat die Kreisverwaltung vom Veranstalter verlangt: Alle Teilnehmer sind vor Abfahrt auf die deutsche Straßenverkehrsordnung hinzuweisen, die Strecke ist zu überprüfen, soweit vorhanden sind Radwege zu nutzen, besondere Vorsicht ist beim Überqueren von Straßen und Kreuzungen walten zu lassen. Ferner solle die Veranstaltung keinen Rennsportcharakter haben.

„Wir haben die Route als nicht zu gefährlich eingestuft“, erklärt Heike Bergau von der Pressestelle der Steinfurter Kreisverwaltung die Situation. „Wir hoffen auf die Einsicht der Teilnehmer, dass die Auflagen eingehalten werden.“

„Wir haben aufgrund der Größe des Teilnehmerfeldes Bedenken geäußert“, berichtet Johannes Tiltmann von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Steinfurt. Außerdem habe es in der Vergangenheit Beschwerden gegeben. Als gefährlich stufen die Ordnungshüter die Überquerungen der B219 in Ibbenbüren-Dörenthe und der Osnabrücker Straße in Lengerich ein.

Die nächste Tour ist bereits in Sicht. Am Samstag, 31. Mai, veranstaltet der holländische Fiets Toer Club CC 75 Nijverdal (bei Hellendoorn) die 27. Tecklenburg Rundfahrt. Im Vorjahr hat die fast 3000 Teilnehmer angelockt. Start und Ziel ist dann wieder in Ibbenbüren. Wendepunkt auf der Strecke ist Bad Iburg.