Grünes Herz: Annette Niermann Politik-Talk mit Bad Iburgs neuer Bürgermeisterin

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Mit der neuen Bad Iburger Bürgermeisterin Annette Niermann (rechts) sprach Neue-OZ-Redakteurin Stefanie Adomeit im Politik-Talk.Foto: Jörn MartensMit der neuen Bad Iburger Bürgermeisterin Annette Niermann (rechts) sprach Neue-OZ-Redakteurin Stefanie Adomeit im Politik-Talk.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Annette Niermann ist die erste Frau auf einem Bürgermeisterstuhl des Osnabrücker Südkreises. Aber ist sie auch die erste grüne Bürgermeisterin in Niedersachsen, wie der Landesverband der Grünen nach der Wahl der Iburgerin frohlockte? „Nein“, sagt Niermann. „Ich bin die erste Bürgermeisterin in Niedersachsen mit einem grünen Parteibuch, aber keine grüne Bürgermeisterin.“ Im Gespräch mit Neue-OZ-Redakteurin Stefanie Adomeit im Politik-Talk auf os1.tv zeigt sich die 45-Jährige als Freundin klarer Worte.

Im ersten Wahlgang hatte Niermann ihre Konkurrenten Thomas Riepenhoff (CDU) und Hans-Josef Geesen (SPD) auf die Plätze verwiesen. 53 Prozent der Wähler gaben ihr die Stimme. Ein Ergebnis, mit dessen Deutlichkeit auch die Gewählte nicht im ersten Wahlgang gerechnet hatte. Ihren Sitz im Kreistag, wo sie die Grüne Fraktion leitet, muss sie nun abgeben.

Dass sie es im Rat mit einer absoluten CDU-Mehrheit und ihrem machtbewussten Chef Ludwig Fischer zu tun haben wird, macht Niermann keine Sorgen: „Es geht ja nicht um Macht, sondern darum, gemeinsam für Bad Iburg etwas zu erreichen.“ Deshalb hofft sie auch, dass sich die etwas angeschlagene Stimmung im Rat mit dem Wechsel im Bürgermeisterbüro wieder verbessern wird.

Dass sie sich von Anfang an für die Landesgartenschau ausgesprochen habe, sei sicherlich auch ein Grund für ihre Wahl gewesen, meint Niermann. „Das ist für mich auch ein schöner Rückenwind.“ Sie hoffe nun, dass sie den Weg zur Landesgartenschau mit einer großen Ratsmehrheit gehen könne. „Wir wollen schließlich in die Qualität des Kurortes investieren.“ Welches Ausmaß an Veränderung Bad Iburg finanziell stemmen könne, müsse man sehen. In der Bewerbung lag die günstigste Variante bei 3,2 Millionen Euro Kosten. Laga-Ausrichter können gemeinhin mit einer Förderung von bis zu 40 Prozent rechnen. „Wir werden so oder so investieren.“ Da sei es doch besser, Fördergelder zu erhalten und damit mehr für den Ort tun zu können.

Zu ihrer Haltung zu den geplanten Mastställen für 84000 Hähnchen befragt, sagt Niermann: „Vielleicht hat ja die Klage Erfolg.“ Auf die Nachfrage „Hoffen Sie das?“ bestätigt sie: „Ja, ich hoffe das für unseren Kurort.“ Bei aller Unterstützung für die örtlichen Landwirte finde sie, dass Hähnchenmastanlagen nicht in einen Kurort gehörten. Auch wenn der Ostenfelder Landwirt nach Recht und Gesetz gehandelt habe, könne sie die Ängste der Anwohner vor der Keimbelastung gut verstehen.

Für Wirbel sorgt in Bad Iburg auch das Thema Windkraft, gerade in Ostenfelde: Hier liegen Vorranggebiete für Windräder. Für Annette Niermann gehören die Anlagen in Form einer Genossenschaft in die Hand der Bürger.

Vehement diskutiert werden derzeit auch die Pläne des Landkreises, zwei Integrierte Gesamtschulen einzurichten. Die Bad Iburger Christdemokraten haben sich bereits positioniert – gegen eine IGS. Und Annette Niermann? Sie fragt sich: „Handelt der Landkreis klug, wenn er alles an sich zieht und den Gemeinden keine Möglichkeit der Gestaltung lässt?“

Die neue Bürgermeisterin tritt ihr Amt am 24. März an. Einen Tag später wird sie in einer Ratssitzung vereidigt.

Videobeitrag unter

www.os1.tv


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