zuletzt aktualisiert vor

Wahl fand ohne Kandidatin statt Annette Niermann ist Bad Iburgs neue Bürgermeisterin

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Iburg. Bad Iburg hat eine neue Bürgermeisterin: Annette Niermann. Die unabhängige Kandidatin hat sich mit 53,3 Prozent gegen den CDU-Kandidaten Thomas Riepenhoff und den SPD-Kandidaten Hannes Geesen durchgesetzt. Die Freude in der Realschule Bad Iburg war riesig – zunächst allerdings ohne Annette Niermann.

Als Noch-Bürgermeister Drago Jurak am Sonntagabend das vorläufige Endergebnis präsentiert, hallt der Applaus durch die Mensa: 53,3 Prozent für Annette Niermann, 33,33 Prozent für Thomas Riepenhoff (CDU) und 13,36 Prozent für Hannes Geesen (SPD). Damit ist Niermann im ersten Wahlgang gewählt, mit einer Mehrheit, die in sechs von elf Wahlbezirken sogar bei über 60 Prozent liegt. Nur 56,8 Prozent der Iburger haben sich auf den Weg ins Wahllokal gemacht, immerhin 150 von ihnen sind am Abend noch in die Realschule gekommen, um ihre Kandidaten zu feiern.

Die Wahl im Augenblick: Liveticker zum Nachlesen

Aber wo ist die neue Bürgermeisterin? Gegen halb sieben kommt Annette Niermann schon mit Blumen in der Hand in die Mensa gelaufen. Sie wird geherzt, umarmt, geküsst: „Ich bin völlig überwältigt. Vielen Dank, dass Sie mich gewählt haben. Ich bin fassungslos“, sagt die 45-Jährige und gibt das Mikro wieder ab. Applaus. Später sagt sie einen Satz, den viele gerne gehört haben werden: „Ich werde Ihr Vertrauen garantiert nicht missbrauchen.“ Zu Hause im Internet hatte sie einen ersten Blick auf die Zahlen geworfen. „Ich habe es erst meinen Eltern erzählt, und dann bin ich los“, sagt Niermann. „Gleich morgen muss ich mit meinem Arbeitgeber sprechen und mit dem Kreis“, sagt sie, die seit 2006 auch als Grüne im Kreistag aktiv ist. Niermann ist froh, dass es keine Stichwahl gibt, Drago Jurak auch. „Das ist ein klares Ergebnis für die Iburger, mit dem hoffentlich alle leben können.“

Schon gibt es weitere Geschenke. Dieses Mal einen großen Schlüssel – natürlich für das Rathaus. „Aber“, frohlockt Jurak, „den kannst du sowieso nicht lange behalten. Nächsten Samstag kommen die roten Herren und holen sich den wieder ab.“ Die roten Herren sind in diesem Fall keine Sozialdemokraten, sondern Narren der Roten Hähne, die alljährlich das Rathaus stürmen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN