Sanierung läuft Dörenberg-Klinik Iburg: Vorerst keine Kündigungen

Von Stefanie Adomeit

Wieder auf Erfolgskurs: Die Reha-Klinik hat nach eigenen Angaben wieder eine langfristige Perspektive. Foto: Gert WestdörpWieder auf Erfolgskurs: Die Reha-Klinik hat nach eigenen Angaben wieder eine langfristige Perspektive. Foto: Gert Westdörp

Bad Iburg. Die Sanierung der Dörenberg-Klinik ist nach eigenen Angaben „auf Erfolgskurs“. Die Klinik habe nun wieder eine langfristige Perspektive. Die 171 Arbeitsplätze der Vollzeitmitarbeiter und der geringfügig Beschäftigten seien vorerst gesichert. Ein punktueller Personalabbau könne für die „nächste Zeit“ jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Klinik war Anfang Oktober in eine Insolvenz in Eigenverwaltung gegangen.

Die Reha-Klinik könne voraussichtlich uneingeschränkt fortgeführt werden, heißt es in der Mitteilung einer Agentur für Unternehmenskommunikation. Die Gläubiger hätten dem „profitablen Fortführungsmodell“ zugestimmt. Diese positive Perspektive sei durch den Einsatz der Gesellschafter und Mitarbeiter möglich geworden. Ursula Stecker, die Sanierungsgeschäftsführerin, erklärte: „Die Mitarbeiter und Gesellschafter haben ein klares und verantwortungsbewusstes Bekenntnis zu der Dörenberg-Klinik abgegeben. Ein besonderer Dank gilt hierbei dem Betriebsrat, der sich mit hohem Engagement für eine Fortführung eingesetzt hat.“

Um den Geschäftsbetrieb langfristig zu sichern, sei ein Ausbau des Behandlungsspektrums geplant. Welche Abteilungen hinzukommen könnten, sei jedoch noch nicht spruchreif, sagte Jens Nolte von der Kölner Agentur für Unternehmenskommunikation am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung.

Stecker forderte Mitarbeiter, die sich „noch nicht an der Sanierung beteiligt haben, zur Solidarität mit ihren Kollegen auf“, heißt es aus der Dörenberg-Klinik. Das sei ein „Zeichen großen Zusammenhalts, wenn alle Arbeitnehmer die gleichen Zugeständnisse machen würden.“

Damit sind Gehaltseinbußen gemeint, die nach Angaben von Verdi-Gewerkschaftssekretärin Nicole Verlage in Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern ausgehandelt wurden. Sie sollen sich nach Informationen unserer Zeitung im Bereich von zwei bis sechs Prozent bewegen. Hinzu kommt der Verzicht auf Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ein großer Teil der Beschäftigten sei auf die Forderungen der Geschäftsführung eingegangen, so Nolte. „Wir hoffen, dass wir weitere Mitarbeiter umstimmen können.“ Und was passiert, wenn jemand nicht auf die Forderungen eingeht? „Das müssen wir akzeptieren“, sagt Jens Nolte. DAs Unternehmen könne keinen öffentlichen Druck erzeugen. Ein „bisschen Druck“ sei natürlich dennoch gewollt.

Auch Verdi wäre auf Forderungen der Geschäftsleitung eingegangen, erklärt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Nicole Verlage. Letztlich wären die Geschäftsführer dann doch nicht auf die Zugeständnisse eingegangen, bedauerte sie. Einen Notlagentarifvertrag habe die Klinik abgelehnt, einzelvertragliche Regelungen vorgezogen. „Nicht nur mit einem Verzicht auf Lohnerhöhung seit zehn Jahren, sondern auch mit weiteren Zugeständnissen waren die Verdi-Mitglieder bereit, sich für ihre Klinik einzusetzen“, betont Verlage. Fast die Hälfte der Beschäftigten sei Mitglied bei Verdi.

Das auf Sanierung und Fortführung ausgerichtete neue Insolvenzrecht (ESUG) ermöglicht es, die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen in eigener Verantwortung zu entwickeln, umzusetzen und dabei gleichzeitig die Geschäfte fortzuführen. Die Lohn- und Gehaltszahlungen der Mitarbeiter waren für drei Monate – bis einschließlich Dezember – über das Insolvenzgeld abgesichert.

Die Dörenberg-Klinik wurde 1976 eröffnet und gehört zum Verbund der Schüchtermann-Schiller’schen Kliniken. Die Einrichtung mit den Schwerpunkten Orthopädie, Rheumatologie und Rehabilitation war nach eigenen Angaben in die Krise geraten, weil die Belegungszahlen zu gering und die Kosten zu hoch sind.


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