Opfer aus Bad Iburg Prozess gegen Bramscher: Partygast gezielt erstochen?

Von Heiko Kluge

Am Landgericht Osnabrück wird seit Montag gegen einen 28-jährigen Bramscher wegen Totschlags verhandelt. Foto: NordwestmediaAm Landgericht Osnabrück wird seit Montag gegen einen 28-jährigen Bramscher wegen Totschlags verhandelt. Foto: Nordwestmedia

Osnabrück. Mit der Verlesung der Anklage hat am Montag der Prozess gegen einen 28-jährigen Mann aus Bramsche begonnen, der sich wegen Totschlags vor dem Landgericht verantworten muss. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, auf einer privaten Feier in Engter mit einem Messer auf einen Mann eingestochen und ihn so schwer verletzt zu haben, dass er wenige Tage später starb.

Laut Anklage war der Angeklagte am 13. April Gast auf einer Wohnungseinweihungsparty im zweiten Stock des Hauses, in dem er auch selbst lebte. Aufgrund seines erheblichen Alkoholkonsums soll der 28-Jährige ausfällig geworden sein. Trotz der Aufforderung der Gastgeberinnen soll der Angeklagte die Wohnung nicht freiwillig verlassen haben. Als mehrere männliche Gäste ihn aus der Wohnung gedrängt haben sollen, soll es zu einer Rangelei zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer, einem Gast aus Bad Iburg, gekommen sein.

Zunächst soll der 28-Jährige in seine ein Stockwerk tiefer gelegene Wohnung gegangen sein. Hier soll er sich ein Messer gegriffen haben und mit dem Ausruf „Den bring´ ich um“ wieder nach oben gestürmt sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit der 30-jährige Bad Iburger gemeint war, von dem sich der Beschuldigte besonders provoziert gefühlt habe. Der 30-Jährige öffnete auch die Wohnungstür. Darauf soll der 28-Jährige mindestens zweimal mit Tötungsabsicht auf den Bad Iburger eingestochen haben . Gezielt habe der Beschuldigte beim zweiten Stich das Messer mit 17 Zentimeter Klingenlänge in den Bauch des Mannes gestoßen und dabei mehrere Venen und Arterien sowie beide Magenwände durchstoßen, so die Anklage. Trotz mehrerer Notoperationen starb der 30-Jährige drei Tage später an seinen Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte aufgrund des konsumierten Alkohols und einer paranoid-halluzinatorischen Psychose im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt hat. Zurzeit befindet sich der Mann im Ameos-Klinikum in Osnabrück. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen 2 und 15 Jahren.

Am 25. Oktober wird die Schwurgerichtskammer in die Verhandlung einsteigen. Zu diesem Termin wird zunächst dem Angeklagten die Möglichkeit gegeben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Im Ermittlungsverfahren soll der Bramscher sich darauf berufen haben, Gedächtnislücken zu haben. Auch will das Gericht an diesem Termin die ersten vier Zeugen anhören.