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48-Jähriger zu acht Monaten verurteilt Haftstrafe nach Schlägerei auf dem Campingplatz Teutoburger Waldsee in Hagen

Von Ullrich Schellhaas

Bad Iburg/Hagen. Weil er ihn für einen Kinderschänder hielt, soll ein 48-jähriger Mann aus Hagen einen 33-Jährigen bei einer Campingplatzparty verprügelt und getreten haben. Das Amtsgericht Bad Iburg verurteilte den Mann nun wegen Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten.

Zwei Rippenbrüche habe das Opfer bei der fatalen Begegnung davongetragen, so die Anklageschrift über die Folgen einer Attacke während einer Party um 23 Uhr im Juli 2010 auf dem Campingplatz Teutoburger-WaldSee in Hagen. Doch davon wollte der in Hagen wohnhafte angebliche Täter nichts wissen.

„Ich war das nicht“, betonte er mehrfach, „vielleicht ist der ja nach unserer Begegnung noch das Opfer von anderen Angriffen geworden.“ Nach Darstellung des 48-Jährigen ist an dem Abend lediglich Folgendes passiert: Bei der Party sei der 33-Jährige stark angetrunken hereingekommen und habe immer wieder die anwesenden Kinder und Jugendlichen „angetanzt“ und sich zudem eine Bierflasche in obszöner Weise zwischen die Beine geklemmt.

Als der Jüngere mehrfachen Aufforderungen diverser Erwachsener, die Veranstaltung zu verlassen, nicht nachgekommen sei, habe er ihn gepackt und nach draußen bringen wollen. „Und da ist er von sich aus hingefallen“, so der Angeklagte. Sofort hätten ihn selbst weitere Besucher der Party gepackt, sodass überhaupt nichts Weiteres passiert sein könnte, schloss er seine Schilderung. Die Frage, warum er denn gepackt werden musste, wenn doch gar nichts passiert sei, konnte er allerdings nicht beantworten.

Der 33-Jährige hatte zur Tatzeit mehr als drei Promille Alkohol im Blut und konnte sich an nichts erinnern. Dafür bestätigten vier der sieben geladenen Zeugen die Attacken des Älteren. Meist mit den Worten „Und dann flog das Opfer an mir vorbei“ begannen ihre Schilderungen, die dann stets von Tritten des 48-Jährigen berichteten, bevor er von mehreren Beobachtern gepackt und zur Seite gezogen wurde.

Genau diese Tritte hatten weitere Zeugen, darunter unter anderem die Ehefrau des Angeklagten, nicht gesehen. Auf gezielte Nachfrage schlossen sie sie für einen unbeobachteten Moment allerdings auch nicht gänzlich aus.

Für die Staatsanwaltschaft reichten diese Aussagen, um den Tatvorwurf als bestätigt anzusehen. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten gegen den über ein Dutzend Mal – auch wegen ähnlicher Delikte – vorbestraften Mann.

Dem folgte auch der Strafrichter in seinem mündlichen Urteil, in dem er die Einlassung des Hageners als reine Schutzbehauptung wertete. Letzterer kündigte Berufung gegen das Urteil an. Dazu wollte er sich nach eigenen Aussagen sofort auf den Weg in die Serviceabteilung Strafrecht des Amtsgerichts machen.