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Werte verbessert Bad Iburg will wieder Kneippheilbad werden

Von Heinz Schliehe

Die Wassertretstelle im Kurpark von Bad Iburg wurde komplett erneuert. Foto: Heinz SchlieheDie Wassertretstelle im Kurpark von Bad Iburg wurde komplett erneuert. Foto: Heinz Schliehe

Bad Iburg. Bad Iburg ist derzeit nicht Kneippheilbad, sondern nur Kneippkurort. Das habe zwar keine großen Auswirkungen auf die Stadt, meint Bürgermeister Drago Jurak. Dennoch bemüht sie sich sehr darum, die Anerkennung rasch wieder zu erhalten – und tut auch einiges dafür.

Die Werte der Luftqualitätsmessungen in den vergangenen Jahren in Bad Iburg erreichen ohne Probleme die Anforderungen eines Heilbades. Die Werte haben sich im Vergleich zu früheren Messungen sogar verbessert. Doch die Gutachterkommission verweigerte im vergangenen Frühjahr die Rezertifizierung als Kneippheilbad, da der Umfang und die Qualität der Kneipp-Einrichtungen dafür nicht ausreichten, so die Begründung.

Stattdessen gab es im Herbst eine Anerkennung als Kneippkurort. Somit können weiterhin Kurbeiträge und Fremdenverkehrsbeiträge erhoben, die Kneipp-Einrichtungen weiter mit den Krankenkassen abgerechnet werden, die Badeärzte weiter tätig sein und Badearztscheine ausstellen. Auch der Titel „Bad“ im Ortsnamen bleibt erhalten.

Die Anforderungen an ein Kneippheilbad sind sehr hoch. Dort müsse Kneipp gelebt werden und für den Gast spürbar sein, so die Aussage des Gutachters. In einem Übergangszeitraum will sich Bad Iburg nun neu aufstellen und die Defizite beseitigen, um dann wieder die Anerkennung als Kneippheilbad zu erreichen. Bürgermeister Jurak sieht dem zuversichtlich entgegen. Bereits in den nächsten Wochen soll der entsprechende Antrag gestellt werden. Mit dem Wirtschaftsministerium, der Serviceagentur und dem Gutachter wurden zwischenzeitlich Gespräche geführt, um konkrete Handlungsanweisungen herauszuarbeiten.

Allerdings sind noch einige offene Fragen zu klären wie das Angebot eines Hauses des Gastes. Wenn eine Mehrfachnutzung möglich ist, wäre seine Existenz kein Thema. Sollten allerdings höhere Investitionen erforderlich sein, wie zum Beispiel ein neues Kurhaus, müsse ein entsprechender Zeitraum dafür festgelegt werden. Die vom Gutachter kritisierten Wassertretstellen wurden dagegen bereits saniert, vor allem die im Kurpark.

Im übrigen sieht Jurak die Frage ob Kneippkurort oder Kneippheilbad relativ gelassen: Es handele sich letztlich um eine Image-Frage. Auch dem Kneipp-Verein in Bad Iburg soll wieder Leben eingehaucht werden, wie der neue Vorsitzende André Wulfert betont. Und es gibt schon viele Ideen, mit denen sich der Kneipp-Verein in dem Kurort beteiligen will: Als Erstes steht eine Neugestaltung des Kräutergartens auf dem Programm. In Gaststätten könnte ein Kneipp-Teller auf die Speisekarte gesetzt werden. Für die Mitglieder ist an ein Couponheft mit Vergünstigungen in Gesundheitseinrichtungen gedacht. Auch Pauschalangebote für das neue Hotel im Park und das Gesundheitszentrum, dessen Leiter André Wulfert ist, seien möglich. Ebenso kann sich Wulfert einen Barfußpark in Bad Iburg vorstellen. Doch das sei Zukunftsmusik.


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