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Angeklagter sorgt für Chaos in Geschäft und radelt auf der B51 –Gutachter soll Schuldfähigkeit klären Hausverbot in ganz GMHütte

Von Ullrich Schellhaas

Bad Iburg/Georgsmarienhütte. Ein 54-jähriger Mann aus GMHütte muss sich vor dem Amtsgericht Bad Iburg wegen Hausfriedensbruchs verantworten. Immer wieder hatte er Geschäftsräume von Einzelhändlern betreten und dort Chaos gestiftet.

Konkret ging es jetzt um einen Vorfall am 9. August. Er sei da wohl auch gewesen, gab der Beschuldigte zu. „Und das ist für mich gesperrt“, sagte er weiter und gab damit an, dass er von dem ihm erteilten Hausverbot wisse. So weit, so gut. Doch ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, war die Sachlage dann doch nicht. Denn der Angeklagte war nicht nur mit seinen zwei Söhnen, sondern auch mit seinem Betreuer vor Gericht erschienen. Dieser hat die Sorge für alle Belange des 54-Jährigen und brachte mehr Klarheit in den Fall.

„Er hat inzwischen in allen Geschäften in GMHütte Hausverbot“, beschrieb der Betreuer seinen Mandanten. Das liege daran, dass er sich dort nur aufhalte, alle Leute anspreche, ihnen einen guten Tag wünsche oder sie darauf aufmerksam mache, dass sie schlecht rasiert seien. „Auch leere Einkaufswagen räumt er einfach mal so weg, obwohl die Kunden noch einkaufen wollen, oder bedient sich bei den Schokoriegeln“, so der vom Gericht bestellte Fachmann weiter.

Weiterhin sei der GMHütter polizeibekannt, weil er auch gerne mal mit dem Fahrrad auf der B51 fahre oder in den Straßen sämtliche Gullydeckel anhebe. „Und wenn die Beamten ihm dann sagen, dass er das lassen soll, sagt er ,Jaja‘, dreht sich um und macht weiter“, so der Betreuer. Vor Jahren, so erläuterten die Verwandten, habe ihr Vater einen schweren Arbeitsunfall gehabt, bei dem auch sein Kopf verletzt worden sei. „Aber so schlimm ist es erst in jüngster Zeit geworden“, sagten die Söhne.

Laut Staatsanwalt hat der GMHütter inzwischen eine beachtliche Anzahl an Strafanzeigen erhalten. „Und wie soll das in Zukunft weitergehen?“, stellte er in den Raum. Das Gericht und der Anklagevertreter verständigten sich darauf, dass der 54-Jährige psychiatrisch begutachtet werden soll, um zu prüfen, ob seine Steuerungsfähigkeit in der Weise beeinträchtigt ist, dass er das Unrecht seiner Taten zwar erkennt, aber nicht in der Lage ist, danach zu handeln. Sie setzten dafür das Verfahren bis auf Weiteres aus.