zuletzt aktualisiert vor

Herzen im Sturm erobert Iris Berben bekommt in Bad Iburg den Courage-Preis und zeigt Charisma

Von Stefanie Adomeit

Auch Iris Berben ist jetzt mit einer Plakette auf der Stele des Komitees Courage auf dem Bad Iburger Hanseplatz verewigt: Nach der Enthüllung der Plakette schrieb sie Autogramme und plauderte mit ihren Fans. Foto: Jörn MartensAuch Iris Berben ist jetzt mit einer Plakette auf der Stele des Komitees Courage auf dem Bad Iburger Hanseplatz verewigt: Nach der Enthüllung der Plakette schrieb sie Autogramme und plauderte mit ihren Fans. Foto: Jörn Martens

Bad Iburg. Wenn Iris Berben heiratet, wird sie das auf jeden Fall im Bad Iburger Rathaus tun. Das hat sie Bürgermeister Drago Jurak versprochen: „Der junge Spund, der ich bin, ist sicher bald fällig.“ Und ihr Lebensgefährte Heiko Kiesow hat dazu gelächelt.

Im Sturm hat Iris Berben am Freitag die Herzen der Bad Iburger und der angereisten Fans erobert, die für die Courage-Preis-Verleihung oder nur für einen Blick auf den Star, ein Foto oder ein Autogramm in den Kurort gekommen waren.

Die familiäre, herzliche Atmosphäre der Organisatoren des Komitees Courage und die zugewandte, lockere Art von Iris Berben passten perfekt zusammen. So sehr, dass Berben nicht nur erwog, in Bad Iburg „Ja“ zu sagen. Auch einen Wohnsitz im Schloss oder – in etwa 50 Jahren – in der neuen Seniorenresidenz unterhalb der Schlossmauern konnte sich die 61-Jährige vorstellen.

Da ließ sie sich auch gerne Regieanweisungen für den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geben. „Sie müssten jetzt erst mal ein bisschen blättern, wer sich vor ihnen verewigt hat“, assistierte Jurak. „Ich bin Schauspielerin, ich lebe von Regieanweisungen. Man muss mir immer alles sagen“, konterte Berben und lobte beim Blick auf die Signatur Peter Maffays, des Vorjahrespreisträgers, „ein sehr liebenswürdiger Kollege und wunderbarer Mensch“, bevor sie ihre Unterschrift in das Buch setzte.

Auch mit Königin Silvia, der Preisträgerin des Jahres 2009, verbindet sie etwas: „Ich durfte im vergangenen Jahr mehrere Wochen in ‚ihrer‘ Suite im Hotel Walhalla verbringen. Ich bin nur auf Zehenspitzen durch das Zimmer gegangen.“

Für einen Tag hatte die Schauspielerin Dreharbeiten an einem Film über die Kabarettistin und spätere Nonne Isa Vermehren unterbrochen. Morgens mit dem Flugzeug angereist, holte sie der Vorsitzende des Komitees Courage, Gerd Schöwing, mit dem Auto ab. „Das war eine sehr schöne halbe Stunde für mich“, schwärmte er von seiner Preisträgerin.

Iris Berben war bei aller Lockerheit am Nachmittag vor der abendlichen Preisverleihung auch ein wenig nervös: „Lampenfieber habe ich immer. Aber das ist auch ganz gut, denn Zynismus liegt in meinem Beruf immer sehr nahe.“

Sie freue sich auf die Laudatio des Reformpädagogen Werner Esser. „Für mich hat der Courage-Preis schon jetzt ein Gesicht bekommen. Ich habe die Menschen kennengelernt, die den Preis vergeben, und ich habe Bad Iburg ein kleines bisschen kennengelernt.“ Kennengelernt hat sie auch das Bad Iburger Schloss in einer kleinen Privatführung – „und ich habe so viel dabei gelernt, mich auch wieder an viel Geschichtliches erinnert“.

Die Enthüllung der Plakette für die neue Preisträgerin an der Courage-Preis-Stele entwickelte sich dann zur ausführlichen Autogrammstunde. Ohne Berührungsängste umrundeten die weiblichen Fans die Schauspielerin – die männlichen bewunderten sie offenbar lieber aus sicherer Entfernung –, ließen sich Berbens Buch signieren und sich von Freundinnen gemeinsam mit dem Star fotografieren. Kein Wunder. Schließlich hatte Schöwing seine couragierte Preisträgerin zuvor als eine „Frau zum Anfassen“ gerühmt.

Iris Berben freute sich sichtlich über das Interesse, bedankte sich für Blumen und erkannte alte Fans wieder, die vor einem Jahr die Dreharbeiten auf einem Belmer Bauernhof begleitet hatten. „Sie standen doch an der Barriere. Übrigens, der Film läuft am 12. Dezember“, berichtete sie, bevor sie nach der Enthüllung ihrer Plakette ein Wort an die „warmherzigen und bodenständigen Bad Iburger“ richtete und sich für den Preis als „Transportmittel“ für ihr Anliegen bedankte.

„Ich nutze meinen Namen und meine Bekanntheit für mein Anliegen“. Dieses Anliegen ist ihr Einsatz gegen Rassismus und Antisemitismus, für Toleranz und gegen das Vergessen.


0 Kommentare