Geldstrafe Ohne Führerschein zu den Eltern gefahren

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Bad Iburg. Wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen 33 Jahre alten Mann zu einer Geldstrafe von 300 Euro.

Offenbar hatte der Angeklagte nicht recht akzeptieren wollen, dass ihm die Fahrerlaubnis wegen einer Autofahrt unter Einfluss von Amphetaminen entzogen worden war. Am Abend des vergangenen 24. Juli erwischte die Polizei den aus Bad Iburg stammenden Mann hinter dem Steuer seines Wagens. 

Er habe seine Eltern in Glane besuchen wollen, erklärte der Angeklagte. „Es ist eine sehr bedauerliche Geschichte, dass der Führerschein überhaupt eingezogen worden ist.“ Denn er habe seinerzeit keine Amphetamine konsumiert sondern lediglich vom Arzt rezeptiertes Ritalin eingenommen, das im Körper als Amphetamin abgebaut werde. 

Der Richter hatte da so seine Zweifel – denn eine schnell von ihm durchgeführte Recherche im Internet ergab, dass Ritalin keineswegs vom Körper als Amphetamin abgebaut werde. Dies sei lediglich eine beliebte Ausrede vieler positiv auf Amphetamin getesteter Autofahrer. Der Richter wertete die Ergebnisse seiner Internetreche nur mit Vorbehalt. Für den aktuellen Fall komme es darauf auch gar nicht an: „Selbst wenn man der Meinung ist, dass einem der Führerschein unrechtmäßig entzogen worden ist, darf man dann trotzdem nicht einfach weiterfahren.“ Im übrigen sei die Autofahrt, um die Eltern zu besuchen, auch schlicht unnütz gewesen. „Den Weg hätten sie auch zu Fuß machen können.“ Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 30 Euro zu je 10 Euro und verhängte zusätzlich ein dreimonatiges Fahrverbot.


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