Handschriftliche Nachträge Fast 400 Jahre altes Messbuch zwischen Bad Iburger Akten entdeckt

Von pm

Das Missale ist recht gut erhalten, die Flecken stammen wahrscheinlich von Kerzen am Altar. Es wurde im Jahr 1760 restauriert. Foto: Stadt Bad IburgDas Missale ist recht gut erhalten, die Flecken stammen wahrscheinlich von Kerzen am Altar. Es wurde im Jahr 1760 restauriert. Foto: Stadt Bad Iburg

Bad Iburg. Unter alten Akten, die die Stadt an das Landesarchiv Niedersachsen zur Aufbewahrung und Bewertung regelmäßig weitergibt, fand Archivarin Anna Philine Schöpper ein ganz besonderes Buch.

Es handelt sich um ein Messbuch aus dem Jahre 1626, das mit seinen handschriftlichen Notizen ein wichtiger und interessanter Teil des historischen Gedächtnisses Bad Iburgs und der Region ist. Wie das Messbuch zwischen die Akten des Liegenschaftsamtes geraten ist, weiß niemand.

Aber jetzt erhielt das alte und erstaunlich gut erhaltene Buch eine passende neuen Heimat im Bistumsarchiv Osnabrück. Bürgermeisterin Annette Niermann übergab das „Missale Romanum“ zusammen mit Archivarin Schöpper an Dr. Georg Wilhelm, Archivar des Bischöflichen Generalvikariats. Der hatte bereits einiges über das Messbuch herausgefunden. Es gehörte ursprünglich zu einer Kapelle im Kreuzgang des Osnabrücker Domes, genauer gesagt dem Vikar Johannes Stratemann, und gelangte Anfang des 19. Jahrhunderts an Kaplan Johann Gerhard Roland in Remsede.  

Das Missale ist recht gut erhalten, die Flecken stammen wahrscheinlich von Kerzen am Altar. Es wurde im Jahr 1760 restauriert. Historisch interessant ist es für das Archiv des Bistums, weil es etliche handschriftliche Nachträge im Heiligenkalender enthält, die einen Einblick in die Frömmigkeits- und Liturgiegeschichte im Bistum geben. 

Das Buch wurde wie viele andere in Antwerpen gedruckt und ist daher finanziell nicht besonders wertvoll. Viel wichtiger ist seine Bedeutung als Zeugnis des Lebens und Glaubens in der Region eben durch die vielen handschriftlichen Ergänzungen.

Bürgermeisterin Annette Niermann (von links) übergab das rund 400 Jahre alte Messbuch an Dr. Georg Wilhelm vom Diözesanarchiv zusammen mit Anna Philine Schöpper vom Landesarchiv Niedersachsen. Foto: Stadt Bad Iburg


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