Wasser wird teurer In Bad Iburg zeichnet sich die nächste Preiserhöhung ab

Blick ins Wasserwerk in Bad Iburg.  Archivfoto: Michael GründelBlick ins Wasserwerk in Bad Iburg. Archivfoto: Michael Gründel

Bad Iburg. Den Bürgern von Bad Iburg stehen erneut höhere Wasserpreise ins Haus. Die letzte Anpassung geschah 2018.

Damals erhöhte sich der Preis pro Kubikmeter um 9 Cent auf 1,12 Euro. In der Betriebs- und Finanzausschusssitzung am Donnerstagabend wurde deutlich, um die Investitionen sowie laufenden Kosten zu decken und zugleich die Konzessionsabgabe für den Stadthaushalt einzuspielen, müsste der Wasserpreis womöglich schon ab 2020 um weitere 12 bis 13 Cent steigen, betonte Sven Galbarski von der PWC-Tochter Wibera. Hintergrund seien nicht nur steigende Zukäufe vom Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd (2018 rund 95.000 Kubikmeter), sondern ein Investitionsstau. Der hat laut Kämmerin Monika Schnaars zwar einerseits dazu geführt, dass die Preise lange Zeit gehalten werden konnten, müsse andererseits jetzt jedoch aufgelöst werden. Und das kostet: Sollten tatsächlich die Gebühren entsprechend angepasst werden, würde das bedeuten, dass der Wasserpreis seit 2017 binnen drei Jahren um rund ein Viertel ansteigt.

Renate Ralle von den Grünen sprach von einem „Blick in die Zukunft“. Auch Bürgermeisterin Annette Niermann erklärte, sie sei „erschrocken.“ Nach zwei Dürrejahren in Folge haben sich die Reserven offenbar halbiert. Erschwerend kommt hinzu, dass gleichzeitig der Verbrauch um 100.000 Kubikmeter gestiegen ist. Zu Engpässen dürfte es dennoch nicht kommen. Auf Ralles Frage, ob denn weitere Zukäufe möglich seien, hieß es, dass derzeit neue Versorgungswege aus dem Tecklenburger Land erschlossen würden.

Erfreulich dagegen ein Blick auf die Finanzsituation der Stadt. „Das ist doch was“, entfuhr es Christian Averdiek spontan, als Kämmerin Schnaars den vorläufigen Jahresabschluss für 2018 vorstellte. Statt wie geplant mit einem Plus von fast 120.000 Euro blieben am Ende 445.000 Euro übrig. Mittelfristig, so Schnaars, müsse das Plus zwar im Jahresdurchschnitt bei rund einer halben Million liegen. Die Stadt hält aktuell mit Stand Ende des zweiten Quartals an ihrem für 2019 kalkulierten Ziel fest, einen Überschuss in Höhe von 118.000 Euro zu erwirtschaften. Das ist zwar weniger als 2018, liegt aber dennoch weiterhin im Rahmen ihres 2016 beschlossenen Entschuldungskonzepts. Das sieht für die Zukunft jedoch Überschüsse in Höhe von einer halben Millionen Euro pro Jahr vor.

Christian Barthold fragte angesichts der haushaltspolitischen Herausforderungen, warum die Friedhofssatzung aus dem Jahr 1972 noch immer nicht angepasst worden sei. Das koste die Stadt jährlich rund 60.000 Euro. Dazu erklärten Schnaars und Ulrich Ortmeier aus der Verwaltung, das Thema sei nicht nur erkannt, sondern in Arbeit.

Anerkennend klopften die Ausschussmitglieder auf ihre Tische, als Schnaars ihren Kollegen Reinhard Fühner im Rückblick auf die Laga lobte, dass er es geschafft habe 60.000 Euro einzusparen. Von den langfristigen Investitionen in Höhe von 4,3 Millionen Euro und Zuschüssen von 1,1 Millionen Euro bleiben 3,2 Millionen bei der Stadt. Mehr als 3,3 Millionen Euro betragen die angesammelten Defizite aus vergangenen Jahren. Die abzubauen bezeichnete Schnaars als „Hausaufgaben, die wir noch vor uns haben.“

Derzeit ist die Stadt Bad Iburg inklusive Kassenkrediten pro Kopf mit 1925 Euro verschuldet.


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